AuswahltestEin Bachelorabschluss reicht nicht immer, um für ein Masterstudium angenommen zu werden. Foto: derateru/ PIXELIO
News | Studium
Montag, 23. April 2012

Vor dem Masterstudium: Chancen bei Auswahltests verbessern

Wer in Auswahltests gute Ergebnisse erzielt, hat eine bessere Chance auf einen Studienplatz – das war nicht immer so. Dass ein Bachelorabschluss nicht immer reicht, um einen weiterführenden Studienplatz zu erhalten, wird zunehmend kritisiert.

Das Masterstudium – wer denkt, nach dem ersten Hochschulabschluss sei ein zweiter Studienplatz einfach zu bekommen, wird oft eines Besseren belehrt. Immer häufiger reicht ein abgeschlossenes Bachelorstudium nicht aus, stattdessen müssen Masterbewerber Auswahltests durchlaufen. Gute Prüfungsergebnisse steigern dabei die Chance auf einen Studienplatz. Dieses Verfahren ruft immer mehr Kritiker auf den Plan: Auswahltests sind in Deutschland eigentlich eher die Ausnahme, da das Abitur die Zulassung zu jedem Studium ermöglichen soll. Aus diesem Grund sind allgemeine Studierfähigkeitstests nicht erlaubt – die Studierfähigkeit soll schließlich bereits durch die Allgemeine Hochschulreife bescheinigt worden sein. Zulässig sind jedoch fachbezogene Tests, die besonders unter Wirtschaftsstudenten und an privaten Hochschulen zum Einsatz kommen.

Aber auch über ein Dutzend medizinische Hochschulen haben in den letzten Jahren wieder einen Test eingeführt, darunter zum Beispiel die Universitäten in Heidelberg und Tübingen. Hier wird eine bestimmte Studierfähigkeit geprüft: „Wie gut wird sich der Bewerber später neues Wissen aneignen können? Genau um diese Fragestellung geht es und nicht etwa um die Überprüfung des Wissensniveaus in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern“, das erklärt Diplom-Psychologe Stephan Stegt von der ITB Consulting gegenüber süddeutsche.de.

Besonders heftig kritisiert wird bei den Auswahltests der finanzielle Aspekt: Für die Teilnahme an den Testverfahren werden häufig Gebühren verlangt, die an einigen Hochschulen bis zu 300 Euro betragen. Zusätzlich können noch Kosten für Übungsbücher oder Vorbereitungskurse anfallen. Mit gleichen Chancen für alle hat das nicht mehr viel zu tun – Kritiker machen darauf aufmerksam, dass die Chance auf einen Studienplatz nicht vom Geldbeutel abhängen sollte. Wer an einem Aufnahmetest teilnehmen will, sollte sich umso mehr auf das Verfahren vorbereiten und sich mit den Aufgabentypen und dem Aufbau vertraut machen. Die meisten Hochschulen bieten eine Demoversion im Internet an, der unter den reellen Zeitvorgaben vor Antritt des Tests gelöst werden sollte. Kandidaten würden jedoch nicht unbedingt besser, je mehr sie übten, betonte Stegt auf süddeutsche.de. Es gehe schließlich nicht um spezielles Fachwissen, sondern um die Studierfähigkeit.

Überwiegend positiv bewertet wird das Auswahltestverfahren hingegen in einem anderen Zusammenhang: Die Studienstiftung des Deutschen Volkes etwa fördert „Erstakademiker“, also Studenten aus nichtakademischen Elternhäusern. Um gefördert zu werden, muss man eigentlich von der Schule vorgeschlagen werden. Durch den eingeführten Test kann man nun auch ohne dieses Verfahren aufgenommen werden. So haben die (angehenden) Studenten die Entscheidung selbst in der Hand und damit potentiellen Zugang zum Stipendium.

(Redaktion)

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