FamilieDie Familie wird für Studenten immer wichtiger. Sie sehnen sich nach Sicherheit. Foto: Rolf van Melis / PIXELIO
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Mittwoch, 9. Mai 2012

Generation Angsthase?

Die Jugend von heute – eine Generation von Angsthasen? Das ist eine Frage, der in verschiedenen Studien, so auch die zweite Sinus-Jugendstudie, nachgegangen wird. Ängste sind vorhanden, das bestätigen die Studien. Es ist vor allem die Angst vor einem sozialen Abstieg, die angesichts von Wirtschafts- und Finanzkrisen und den Schwierigkeiten auf dem Beschäftigungsmarkt unter den Jugendlichen umgeht.

Doch zugleich zeichnet sich diese Generation durch einen gesunden Pragmatismus aus. Traditionelle Werte wie Familie und Freunde und ein sicherer Arbeitsplatz stehen hoch im Kurs. Konflikte mit den Eltern gibt es kaum. Dagegen verstärkt der Druck durch verkürzte Abitur-Jahrgänge und die dadurch bedingte Verdoppelung der Studienanfänger wieder die Angst vor einem gesellschaftlichen Abstieg.

Da wächst das Bedürfnis, glücklich zu werden. Feste Partnerschaften schon ab Anfang zwanzig kennzeichnen das soziale Umfeld. Für mehr als zwei Drittel der Studenten ist der sichere Arbeitsplatz das wichtigste Ziel, und dazu braucht man ein gutes Examen und einen raschen Abschluss. Ganz pragmatisch sind auch die Anforderungen an den Arbeitsplatz. Abwechslungsreich, eigene Ideen verwirklichen, problemlose Kommunikation steht im Vordergrund, Aufstiegsmöglichkeiten und der Chefsessel treten eher in den Hintergrund. Dafür finden drei Viertel der Studenten und Studentinnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonders wichtig. Dem entspricht der Wunsch nach zwei und mehr Kindern, der von einer knappen Mehrheit der Befragten genannt wird.

Die starke Orientierung nach Sicherheit hat aber auch Nachteile. Viele Studenten studieren nicht das Fach, das sie eigentlich interessiert, sondern orientieren sich an den Zukunftsaussichten der Studienfächer. Dass dies allerdings nicht zu einer gesteigerten Zufriedenheit führt, zeigt die Zahl der Studierenden, die einen Studienabbruch oder Fachwechsel in Betracht ziehen.

Das Internet wird von der Jugend heute als Selbstverständlichkeit betrachtet. Es dient in erster Linie der Kommunikation und der Unterhaltung. Soziale Netzwerke wie Facebook nehmen einen breiten Raum ein, und Mode, Konsum, Lebensstil sind wichtige Elemente in ihrem Leben.

(Redaktion)

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