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Mittwoch, 20. Juni 2012

Exzellenzinitiative: Neue Elite-Unis gefördert

16 deutsche Unis kämpften in der Exzellenzinitiative um den begehrten Elite-Status – elf haben den Titel erhalten. Mit einer millionenschweren Förderung können künftig unter anderem Dresden und Köln rechnen.

Die Sieger in der zweiten Exzellenzinitiative von Bund und Ländern stehen fest: Elf Universitäten dürfen sich jetzt mit dem Titel Elite-Universität schmücken. Neu ernannt wurden die Humboldt-Universität zu Berlin, die Uni Bremen, die TU Dresden, die Universität Köln und die Uni Tübingen. Den bereits vor fünf Jahren verliehenen Titel behalten dürfen die beiden Münchener Universitäten, die FU Berlin, Konstanz, Heidelberg und die RWTH Aachen. Es gibt jedoch nicht nur Gewinner: Die Universitäten Freiburg und Göttingen sowie das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verlieren den prestigeträchtigen Titel. Nicht durchsetzen konnten sich außerdem von den sieben Neubewerbern die Universitäten Bochum und Mainz. In der zweiten Förderphase der Exzellenzinitiative stellen Bund und Länder nun insgesamt 2,7 Milliarden Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung, die Gelder stammen zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent vom jeweiligen Land. In einer ersten Phase wurden die Universitäten mit insgesamt 1,9 Milliarden Euro unterstützt.

Ernennung Dresdens löst Freude aus

Besonders die Entscheidung für Dresden wurde mit großer Freude begrüßt, stellt sie ein wenig Ost-West-Gerechtigkeit her. In den bisherigen Runden waren zwar Hochschulen im Osten in den beiden übrigen Sparten erfolgreich, eine „Elite-Uni“ hatte es hier jedoch nicht gegeben. Dresden hatte in den vergangenen Jahrzehnten viel dafür getan, auf dem Gebiet der Biotechnologie zu einem Zentrum zu werden. Wie auch an den anderen ausgezeichneten Hochschulen kann man hier jetzt mit einem Geldsegen bis 2017 rechnen, wenn die Exzellenzinitiative ausläuft. Möglicherweise gibt es aber länger Geld, zumindest für die Neuen. Die in früheren Jahren ernannten Hochschulen hatten zehn Jahre Zeit, ihre Konzepte zu verwirklichen, Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will deshalb Nachverhandlungen mit den Ländern führen.

In jedem Fall wird jedoch ab 2017 eine Lösung benötigt, wie die erfolgreichen Projekte weiter unterstützt werden können – die zeitliche Befristung des Programms ist durch die gesetzliche Lage bedingt. Das Grundgesetz erlaubt es dem Bund bisher nur, Projekte zu fördern, und nicht die Einrichtungen als solche. Deshalb wird von den Verantwortlichen der Begriff „Elite-Unis“ stets vermieden, da dieser suggeriert, dass der Bund die Institutionen fördert, damit sie international zu den besten zählen. Stattdessen wird von „Zukunftskonzepten“ gesprochen. Was zahlreiche Kritiker jedoch bemängeln: An der Situation der Lehre wird sich auch durch die zusätzlichen Milliarden nichts ändern, denn das Geld dient in erster Linie der Forschung.

(SW)

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