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Montag, 25. Juni 2012

Harvard für alle: Online-Unis hoch im Kurs

Wie Bildung durch das Internet einer breiteren Masse zugänglich gemacht werden kann, zeigen aktuelle Projekte. Kurse US-amerikanischer Elite-Unis können auf diese Weise bequem von zu Hause aus belegt werden.

Studium 2.0: Auch in Sachen Universitäten spielt das Internet eine zunehmend große Rolle. Während sich die Onlinepräsenz in Deutschland noch größtenteils darauf beschränkt, Vorlesungsverzeichnisse hochzuladen und Noten im Netz einzutragen, ist man in den USA bereits einen Schritt weiter: Dieses Jahr von Ex-Stanford-Professor und Google-Street-View-Mitentwickler Stefan Thrun und Kollegen ins Leben gerufen, verspricht die Plattform „Udacity“ Gratisunterricht online. Der Plattform voraus ging nach Angaben des „Standard“ eine von Thrun über zehn Wochen online gehaltene Vorlesung zum Thema künstliche Intelligenz. Statt 200 Studierenden hatte Thrun demnach plötzlich ein Publikum von 160.000 Menschen aus allen Teilen der Welt. In jeder Vorlesung gab es im Netz eingebaute Fragen, und nur wer die Lösung fand, konnte die Übung fortsetzen – für falsche Antworten lud Thrun Erklärungen hoch. Rund 23.000 Studierende schlossen die Vorlesung auf diese Weise positiv ab.

Das Konzept der Online-Uni findet Anklang. Auch Harvard und das Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) wollen auf der gemeinsamen Online-Plattform edX (edxonline.org) künftig kostenlos Vorlesungen beider Universitäten ins Netz stellen. Berichten US-amerikanischer Medien zufolge wird das Non-Profit-Projekt von beiden Bildungsinstitutionen mit jeweils 30 Millionen Dollar gefördert. Absolventen von Kursen würden demnach eine Beurteilung erhalten sowie eine Erfolgsbescheinigung, offiziell angerechnet würden die akademischen Leistungen im Internet jedoch nicht. Die ersten fünf Kurse sollen ab diesem Herbst angeboten werden.

Das Studium für zu Hause gibt es auch bei iTunesU, dem Bildungsangebot von Apple. Eliteuniversitäten wie Harvard oder Yale präsentieren hier Kurse, die sonst nur einem kleinen Kreis zugänglich wären. Auch österreichische Hochschulen finden sich auf der Plattform, eine davon ist die Uni Graz. 600 Episoden, in denen es sowohl Einführungsvorlesungen wie Beiträge aus dem Webradio der Uni zu hören gibt, haben sich laut dem „Standard“ seit September 2010 auf iTunesU angesammelt.

(SW)

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