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Mittwoch, 4. Juli 2012

Lehrerausbildung soll besser werden

Lehrer sollen künftig eine bessere Ausbildung erhalten, das fordern Fraktionen von CDU/CSU, der FDP und den Grünen. In einem Wettbewerb sollen zu diesem Zweck gute Zukunftskonzepte der Lehrerausbildung prämiert und in die Praxis umgesetzt werden.

Die Lehrerausbildung in Deutschland soll verbessert werden, damit in der Bundesrepublik die Qualität des Bildungssystems kontinuierlich weiterentwickelt werden kann. Im gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und FDP „zur Stärkung der Exzellenz in der Lehrerausbildung“ (17/9937) wird nun die Bundesregierung aufgefordert, gemeinsam mit den Bundesländern einen Qualitätswettbewerb für eine exzellente Lehrerbildung auf den Weg zu bringen. Ziel ist es nach Angaben der Abgeordneten in einem Wettbewerb herausragende Zukunftskonzepte der Lehrerausbildung zu prämieren und diese dann in die Praxis umzusetzen. Der Wettbewerb soll dabei so gestaltet werden, dass sich nicht einzelne Fakultäten, sondern die Hochschule als Ganze oder Hochschulverbände mit ihren Zukunftskonzepten für die Lehreraubildung bewerben kann. Bei den Förderbestimmungen will man darauf achten, dass auch neue und vor allem jene Hochschulen eine Chance auf Förderung haben, die ein „gutes Entwicklungspotential“ haben und mit der Lehrerbildung eine Profilbildung anstreben. Zudem betonen die Regierungskoalitionen, die Ausbildung auf dem neuesten Stand der Forschung in den Fächern, Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften praktizieren zu wollen.

Im Antrag wird des Weiteren darüber informiert, dass im kommenden Jahrzehnt eine große Zahl von Lehrern altersbedingt aus dem Schuldienst austreten wird – bereits jetzt seien bundesweit 54 Prozent der Lehrer und 45 Prozent der Lehrerinnen 50 Jahre und älter. Die Forschungsberichte der vergangenen Jahre für die Grund- und Sekundarschule kommen laut Antrag immer wieder zu einem Ergebnis: Die Qualität des Unterrichts durch die Lehrer sei für die Kompetenz der Schüler entscheidend, Lehrer würden dabei deutlich die Entwicklung der Interessen von Schülern beeinflussen. Besonders gelte dies für die Qualität der Förderung von Schülern mit einer schwachen Ausgangslage sowie einer schwierigen sozialen Herkunft. Eine bessere Unterrichtsqualität könne dazu beitragen, die Zahl der 18- bis 24-Jährigen ohne Abschluss zu senken.

Auch die Grünen hatten sich zwei Wochen zuvor für eine bessere Lehrerausbildung eingesetzt. Der Grund: Die Hälfte aller befragten Lehrer beklagen, dass sie durch ihre Ausbildung nur unzureichend auf den Unterricht vorbereitet werden. Das ist das Ergebnis der Studie „Lehre(r) in Zeiten der Bildungspanik“ des Allensbach-Instituts, die im April 2012 veröffentlicht wurde. Die Grünen wollten dazu in einer Kleinen Anfrage „Programm zur Verbesserung der Lehrerbildung“ wissen, welche Vorstellungen die Bundesregierung für eine Initiative zur Lehrerausbildung hat – die Antwort ist der Vorschlag „Exzellenzinitiative Lehrerausbildung“. Demnach ist seitens der Bundesregierung ein Wettbewerb geplant, in dem sich die Hochschulen um eine Fördersumme von insgesamt 16 Millionen Euro im Jahr bewerben sollen. Davon könnten zehn bis 16 sogenannte Zukunftskonzepte gefördert werden, mit denen die Lehrerbildung an den Unis vorbildlich durchgeführt wird. Im Fragekatalog der Kleinen Anfrage interessierte die Grünen-Fraktion vor allem, welche Schwerpunkte die Regierung nun setzen will, zudem erwarte man auch mehr Hintergrundinformationen zur derzeitigen Studienlage der Lehrer.

(Redaktion)

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