Turbo-StudentPohl hat in nur 4 Semestern seinen Bachelor und seinen Master beendet. Foto: Gerd Altmann / PIXELIO
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Mittwoch, 25. Juli 2012

Uni klagt wegen zu schnellem Studium

Marcel Pohl hat nach vier statt elf Semestern seinen Abschluss erhalten – seine Uni hat ihn deshalb nun verklagt. Vor Gericht wird jetzt gestritten, ob der Überflieger die vollen Studiengebühren zahlen muss.

In nur 20 Monaten hat Marcel Pohl aus Arnsberg sein Studium absolviert. Doch anstatt Anerkennung zu erhalten, verklagt seine ehemalige Universität, die private Hochschule für Ökonomie und Management (FOM), nun den jungen Mann. Wie verschiedene Medien berichten, soll der Absolvent 3.000 Euro nachzahlen. Der Grund: Der 22-Jährige hat sein Studium zu schnell beendet und zu wenige Studiengebühren bezahlt. Statt elf Semestern brauchte er nur vier – je zwei für Bachelor und Master. Dies sei eine Leistung, die eigentlich belohnt und nicht bestraft werden sollte, findet Bernhard Kraas, Rechtsanwalt von Marcel Pohl, wie aus Medienberichten hervorgeht. Nachdem der 22-Jährige sein Studium beendet habe, habe er sich ordnungsgemäß exmatrikuliert und seinen Vertrag mit der Hochschule gekündigt – gemäß den AGB der Hochschule, so der Anwalt. Seine Studiengebühren hatte Pohl bis dahin alle bezahlt.

Der Prorektor der FOM, Stefan Heinemann, äußerte sich vor dem Gerichtstermin am Mittwoch gegenüber der „Welt“: „Ich habe ein bisschen bedauernd zur Kenntnis genommen, dass es so dargestellt wird, als ob es eine Klage wegen des zu schnellen Studierens gebe.“ Dies sei nicht der Fall. Generell freue sich die FOM über jeden schnellen Studienabschluss. Es sei aber so, dass es an der FOM keine Gebühren gebe, die pro Semester anfallen, sondern Gebühren für die Vorbereitung des Abschlusses, erklärt Heinemann gegenüber der Presse. Diese Gebühren nehme jeder Student in Anspruch, unabhängig davon, wie viele Semester er studiert – auch wenn die Studenten meist in monatlichen Raten zahlten, seien es eben keine Semesterbeiträge. Außerdem sei die FOM gemeinnützig und dürfe einzelne Studierende nicht bevorzugen oder benachteiligen, so Heinemann. Der Anwalt von Marcel Pohl betont hingegen, der ehemalige Student habe alles getan, was nötig war. Er habe sich von der FOM eine Genehmigung erteilen lassen, dass er schneller als in der Regelstudienzeit studieren möchte. Die Prüfungen habe er mit Einwilligung der Uni vorgezogen und bestanden. Seinen Vertrag mit der Uni, den er zu Beginn des Studiums unterzeichnet hatte, habe er außerdem ordnungsgemäß gekündigt. Beim ersten Termin vor dem Amtsgericht in Arnsberg wurde noch kein Urteil getroffen, nun hat das Gericht allerdings entschieden: Pohl muss nachzahlen. Er will eventuell in Berufung gehen, denn wenn die kompletten Kosten verlangt würden, müsste Pohl bis zu 11.000 Euro zahlen.

(Redaktion)

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