MedizinstudiumEs wird nach dem Vorbild der Semmelweiß-Uni mehrere kleinere Test geben. Foto: Rolf van Melis / PIXELIO
News | Studium
Montag, 6. August 2012

Neue Medizin-Uni in Hamburg

In Kooperation mit der Asklepios Medical School in Hamburg hat die Semmelweis-Universität in Budapest die erste internationale medizinische Fakultät in Deutschland gegründet. Das Medizinstudium bietet eine Alternative zu der sonst üblichen Ausrichtung des deutschen Studiengangs.

Die bedeutendste medizinische Universität Ungarns – die Semmelweis-Universität in Budapest – und die Asklepios Medical School in Hamburg haben gemeinsam die erste internationale medizinische Fakultät in Deutschland gegründet. Der privatwirtschaftlich organisierte Asklepios-Campus erfährt damit eine Aufwertung: Künftig gehört er zur medizinischen Fakultät der Semmelweis-Universität. Am Freitag vor zwei Wochen erfolgte die öffentliche Vorstellung der neuen Einrichtung in Berlin und zwar in der Botschaft von Ungarn.

Seit 1983 gibt es eine Ausbildung für Mediziner in deutscher Sprache an der Semmelweis-Uni

Eine deutschsprachige Ausbildung für Mediziner bietet die Semmelweis-Universität seit 1983 an. Seither nahmen 4.000 deutsche Studenten die Immatrikulation an der Uni vor. Die Ausrichtung des Bildungsinstituts ist international. Derzeit lernen Studenten aus 64 Ländern hier. Der starre Numerus clausus der deutschen Universitäten lässt sich aber auch durch einen Wechsel nach Budapest nicht umgehen. Zum Medizinstudium an der Semmelweis-Universität wird nur zugelassen, wer im Besitz eines hervorragenden Abiturs ist. Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Noten in Mathematik, Physik, Biologie und Chemie. Ferner werden für das Studium in Ungarns Hauptstadt Gebühren fällig. Pro Jahr sind es 11.000 Euro, die von den Medizinstudenten verlangt werden.

Dafür bekommt man ein völlig anders organisiertes Medizinstudium geboten. In Deutschland liegt der Schwerpunkt auf den beiden großen Themen der ärztlichen Prüfung, dem Physikum und dem sogenannten „Hammerexamen“. In Budapest dagegen reihen sich während der Ausbildung zum Mediziner mehrere kleinere Prüfungen aneinander. Das gelingt aber nur, wenn ein permanenter Kontakt zu den Dozenten besteht. Mit Abschluss des Studiums erhält man ein in der Europäischen Union anerkanntes Diplom. Es berechtigt zur Führung des „dr. med.“. Allerdings lässt sich der kleingeschriebene „dr. med.“ nicht mit dem Titel „Dr. med.“ in Deutschland vergleichen. Dieser wird nach einer Forschungsarbeit vergeben. Der ungarische „Titel“ ist im eigentlichen Sinne kein solcher, denn er ist nur ein Ausweis für die Berufstätigkeit.

Ausbildung erfolgt in Hamburg und Budapest

An der neuen internationalen Fakultät ist das Studium durch die Zusammenarbeit des Asklepios-Campus in Hamburg und der Semmelweis-Universität zweigeteilt. Die vorklinische Ausbildung inklusive der ärztlichen Vorprüfung findet in Budapest statt, die klinische Ausbildung auf dem Campus in Hamburg. Ab dem Studienjahr 2012/2013 sind zudem Habilitationen und Promotionen möglich.

(Redaktion)

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