Humboldt Uni BerlinTrotz der Gelder aus der Exzellenzinitiative benötigen die Universitäten in Berlin dringend Fördergelder für Forschug und Lehre. Foto: michael berger / PIXELIO
News | Finanzen
Mittwoch, 29. August 2012

Exzellenzinitiative in Berlin bringt Geld, trotzdem fehlen Fördergelder

Berlin ist eine Stadt der Wissenschaft, die Exzellenzinitiative bringt den Universitäten viel Geld ein. Doch was bringt das Geld für Forschung und Lehre?

Die Berliner Universitäten haben bei der Exzellenzinitiative punkten können, nun bekommen sie viel Geld: Bis 2017 können sie mit 311 Millionen Euro Förderung rechnen. Daran ist das Land Berlin mit 78 Millionen Euro beteiligt, der Rest kommt von der Bundesregierung. Grund für den Geldsegen sind die Zugewinne bei der Exzellenzinitiative. Zwei Eliteuniversitäten, vier Cluster und neun Graduiertenschulen sprechen für Berlin als Stadt der Wissenschaft. Aber in den Jubel über diesen Erfolg mischen sich auch warnende Stimmen. Angesichts der Mängel in der Grundfinanzierung seien trotzdem die Grenzen des Wachstums in Forschung und Lehre erreicht.

Durch Kürzungen fehlen Gelder

Die Etatkürzungen seitens der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) können mit den Fördergeldern aus der Exzellenzinitiative nicht kompensiert werden. Bei den Verhandlungen über die neuen Hochschulverträge wird deshalb um mehr Geld gepokert. Aber Berlin ist klamm. Jetzt informierten sich Mitglieder des Berliner Senats vor Ort über die Situation. Getagt wurde in einem Hörsaal der Humboldt-Universität. Anwesend waren neben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auch die Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres und der Finanzsenator Ulrich Nußbaum. In kurzen Vorträgen ließen sie sich über einzelne Vorhaben der Universitäten informieren.

Das Dilemma: Im Rahmen der Exzellenzinitiative werden zwar Projekte gefördert, doch nicht in dem Umfang, wie dies beantragt und von den Gutachtern für notwendig befunden wurde. Die Kürzungen seitens der DFG solle das Land Berlin insoweit ausgleichen, dass es seinen Anteil an den beantragten und nicht an den bewilligten Fördergeldern ausrichte, meinen Experten.

Dazu ein Beispiel: Beim Antikeprojekt „Topoi“ von Humboldt-Universität und Freier Universität wurden 25 Prozent des Kostenplans gestrichen. Doch der Senat will sich den Anteil an Fördergeldern nicht aufstocken, Er will bei seinem zugesagten Anteil bleiben.

Ob sich dies im Rahmen der neuen Hochschulverträge, die die Grundfinanzierung ab 2014 sicherstellen sollen, ändert, ist noch nicht sicher. Doch ist sich der Senat des Finanzbedarfs der Hochschulen bewusst und hat signalisiert, dass er sich hier aufgeschlossener zeigen könnte.

(Redaktion)

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