CHE-RankingZwar wird die Qualität der Lehre auch durch eine Befragung der Studenten erhoben, doch es nehmen zu wenig Studenten an der Studie teil. Foto: Benjamin Thorn / PIXELIO
News | Studium
Montag, 17. September 2012

Ausstieg aus dem CHE-Ranking: Ranking in der Kritik

Die Teilnahme und Durchführung an Rankings ist in. Die Rankingagenturen im Wirtschaftsbereich machen es vor und auch im Hochschulbereich hat das Ranking seinen Einzug gehalten. Das CHE-Ranking, benannt nach dem Centrum für Hochschulentwicklung, ist eines der von verschiedenen Institutionen erstellten Rankings.

Die Idee des CHE-Ranking ist einfach. Durch die Konzentration auf eine einfache Reihenfolge soll es dem Interessenten leicht gemacht werden, eine Entscheidung zu treffen. Welche Hochschule ist die beste? Doch wie in der Wirtschaft stößt auch das Hochschulranking immer mehr auf Zweifel.

Besonders im Fach Soziologie ist das CHE-Ranking umstritten. Unlängst hat sich die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) für einen Boykott des CHE-Ranking ausgesprochen. Dem folgen jetzt die Universitäten in Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Erlangen und Würzburg sowie die LMU München. Die bayerischen Soziologie-Institute werden sich an dem Ranking nicht mehr beteiligen.

Ranking ist nicht aussagekräftig

Gleich mehrere Punkte sind es, die die Universitäten zu diesem Schritt veranlassen. So beruht das Ranking bei der Qualität der Forschung auf einer Einschätzung von Wissenschaftlern und auf der Grundlage von Datenbanken. Diese aber werden vom Wissenschaftsrat nicht für aussagekräftig genug gehalten. Die Qualität der Lehre werde durch eine Befragung der Studierenden bewertet – hier wird insbesondere bemängelt, dass nur geringe Fallzahlen Eingang in die Bewertung fänden und durch den zu geringen Rücklauf sie die Befragung keineswegs repräsentativ.

Es gibt beim CHE-Ranking keine konkrete Rangfolge. Die Universitäten werden nur in eine Spitze- in eine Mittel- und Schlussgruppe eingeteilt. Doch damit ist die Gefahr von Fehlurteilen keineswegs gebannt. Kritik ruft auch die Veröffentlichung des Ranking hervor. So sei nicht immer klar, wie viele verschiedene Kriterien für das Ranking herangezogen würden.

Auch bei den Historikern ist das CHE-Ranking umstritten. Der Verband der Historiker Deutschlands (VHD) hat ebenfalls den Boykott empfohlen. Er verweist zudem auf methodische Fehler, die das CHE-Ranking auch aus wissenschaftlicher Sicht als fragwürdige Beurteilungsmethode kennzeichnen.

(Redaktion)

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