Uni Hamburg boykottiert Rankings.Uni Hamburg boykottiert Rankings. Foto: Ctsu / wikimedia / cc-by-sa 2.5
News | Hochschulen
Montag, 15. Oktober 2012

Uni Hamburg verweigert Rankings

Rankings – neudeutsch für Ranglisten – werden für verschiedenste Bereiche wie Banken, Unternehmen und auch bei Universitäten immer beliebter. Doch nicht immer werden sie dem gerecht, was sie eigentlich in Kurzform darstellen wollen: eine Übersicht vom Besten bis zum Schlechtesten.

Die Universität Hamburg informierte jetzt die Öffentlichkeit, dass sie sich an Rankings nicht mehr beteiligen werde. Ein bis zwei Anfragen pro Woche seien zu beantworten, natürlich immer mit der Bitte um bestimmte Informationen – das dafür eingesetzte Personal sei einfach zu teuer. Zudem sei bekannt, dass Rankings häufig Fehler enthielten.

So beruhen einige Rankings und Umfragen auf einer viel zu kleinen Stichprobe oder einfachste Grundregeln der Statistik würden beispielsweise bei der Auswahl der zu Befragenden vernachlässigt. Der Beschluss des Universitätspräsidiums weist außerdem darauf hin, dass die Universitäten so gegeneinander ausgespielt werden.

Eigentlich ist die Lösung ja ganz einfach: Die Anfragen von selbst ernannten Rankinginstituten und Umfragen werden nur gegen Erstattung der vollen Kosten beantwortet. Anfragen von Ämtern und Behörden würden natürlich weiterhin beantwortet und auch an Umfragen, an denen ein eigenes Interesse bestehe, werde man sich beteiligen..

Hamburg steht übrigens mit seiner Ablehnung nicht allein. So rief die Deutsche Gesellschaft für Soziologie alle soziologischen Institute dazu auf, Anfragen des Centrums für Hochschulentwicklung, das seit 1988 jährlich Hochschulrankings veröffentlicht, zu boykottieren. Sie stehen besonders in der Kritik, mit methodischen Mängeln behaftet zu sein. Die Uni Hamburg ist allerdings die erste, die Rankings komplett ablehnt.

Doch gibt es auch kritische Stimmen zu der Maßnahme. Die Uni Hamburg würde bei Rankings zu schlecht abschneiden und sie deshalb zu vermeiden suchen. Doch dies weist die Uni selbstbewusst zurück. Derzeit stehe man ungefähr auf Platz 13 unter den 300 deutschen Universitäten und hätte es von daher nicht nötig, sich zu verstecken.

(Redaktion)

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