Stuttgarts Unis müssen erneut einen Studentenzuwachs verkraften.Stuttgarts Unis müssen erneut einen Studentenzuwachs verkraften. Foto: Werner Neunherz / PIXELIO
News | Studium
Montag, 22. Oktober 2012

Unis im Süden mit Kapazitätsproblemen

Mit vier bis acht Prozent an zusätzlichen Studenten und Studentinnen rechnet die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer von den Grünen in diesem Jahr. Im Vorjahr waren es noch fünfzehn Prozent – der doppelte Abiturjahrgang wirkt sich eben aus. Doch auch die vier Prozent Plus bedeuten immerhin einen Zuwachs von 80.000 Studierenden an den Hochschulen des Landes.

Bauer verwies darauf, dass das Land immerhin 22.500 zusätzliche Studienplätze für Erstsemester zur Verfügung gestellt habe. Doch stellt sie sich darauf ein, dass die jetzt erreichte Marke von 350.000 Studenten noch einige Jahre anhalten werde. Deshalb habe das Land jetzt die Mittel für die Studentenwerke um fünfzig Prozent auf 14,1 Millionen Euro angehoben, mit denen vor allem der Wohnheimbau gefördert werden soll – die hohen Kosten für die Wohnung stellen sich zunehmend als ein Studienhindernis heraus.

Parallel dazu werden auch die Mittel für die studentische Infrastruktur erhöht. Bis 2017 sollen es 182 Millionen Euro sein, um neben neuen Wohnheimplätzen auch zusätzliche Seminarräume und studentische Arbeitsplätze zu schaffen.

Als Grund für den relativ moderaten Anstieg der Studentenzahlen in diesem Jahr nennt die Wissenschaftsministerin den Umstand, dass im Vorjahr mancher gleich studiert habe, anstatt wie eigentlich geplant ein soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst dazwischen zu schieben.

Wichtig erscheint der Ministerin auch die Unterstützung der Studienberatung. Damit soll die in Baden-Württemberg bei achtzehn Prozent liegende Quote der Studienabbrecher – die niedrigste im Bundesgebiet – weiter gedrückt werden, u.a durch das Aufzeigen von beruflichen Perspektiven, die kein Studium erfordern. Auch die an den Universitäten Stuttgart und Karlsruhe angebotenen MINT-Kurse sollen die Studenten beim Einstieg in mathematische und naturwissenschaftliche Fächer unterstützen.

Ein Bereich profitiert allerdings nicht vom Abiturientenboom: die pädagogischen Hochschulen. Während in den anderen Bereichen Zuwächse zu verzeichnen sind, meldeten sie einen Rückgang der Studienanfänger um vier Prozent – eine Konsequenz daraus, dass das Land bis 2020 etwa 11.600 Lehrerstellen abbauen möchte. Das ist keine Empfehlung, ein solches Studium zu beginnen.

(Redaktion)

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