Cottbus: Kampf um die Uni.Cottbus: Kampf um die Uni. Foto: rabe / PIXELIO
News | Hochschulen
Montag, 5. November 2012

Uni-Fusion: Proteste setzen sich fort

Die Lausitz kommt nicht zur Ruhe. 2.000 Menschen zuletzt auf die Straße, um mit einer Menschenkette gegen die Uni-Neugründung zu protestieren.

Schon vor der Anhörung der Volksinitiative „Hochschulen erhalten“ hat das Kabinett in Brandenburg eine Entscheidung pro Uni-Neugründung getroffen. Bürger, Studenten und BTU-Mitarbeiter gingen deshalb auf die Straße. Zwar hat der Kabinettsbeschluss noch nicht Gesetzesrang, denn erst muss der Landtag noch zustimmen, und das Gesetz soll, da es auch in Regierungskreisen nicht ganz unumstritten ist, auf seine Verfassungskonformität geprüft werden. Dahinter stehen Bedenken, ob die Politik mit diesem Gesetz zu stark in die Autonomie der Hochschulen eingreifen würde.

Konsens pro Fusion in Politik und Wissenschaft

Aber es gibt auch Stimmen pro Hochschulfusion. Der Präsident er HSL Senftenberg, Professor Günter Schulz, begrüßt den Kabinettsbeschluss ebenso wie der Chef des wissenschaftlichen Beirates für die Hochschulregion Lausitz, Wolfgang Krüger. Dieser bezeichnete die Entscheidung als Meilenstein zugunsten einer gemeinsamen Universität und appellierte an alle in dieser Angelegenheit Aktiven, die Chancen zu sehen und sie für die Region zu nutzen.

Hintergrund des Widerstandes vor allem aus der bisherigen BTU ist das Gefühl der Degradierung. Früher Uni, jetzt nur noch Fachhochschule? So gravierend dürfte es zwar nicht sein, denn auch die neue Hochschule „Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg“ führt die Bezeichnung „Universität“ im Titel. Die Diskrepanz besteht darin, dass an der Uni bisher die Forschung mehr im Vordergrund stand, an der Fachhochschule die Lehre. Das soll zwar so beibehalten werden. Aber damit könne die Forschung nicht vorangebracht werden, ein Argument für den Zusammenschluss.

Und wie immer geht es auch um das liebe Geld. Nach der Neugründung sollen die bisher beiden Hochschulen zur Verfügung stehende Mittel um zehn Prozent aufgestockt werden. Mehr Geld also? Mitnichten meinen die Fachleute, denn der Zuschlag würde nicht ausreichen, um die Fusionskosten zu decken. Und schon heute sei der Universitätsbereich drastisch unterfinanziert; daran würde sich auch in der Zukunft nichts ändern.

(Redaktion)

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