No"Nein zur Uni-Fusion" sagen Studenten und Wissenschaftler. Foto: Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
News | Hochschulen
Donnerstag, 8. November 2012

Cottbuser Studenten protestieren gegen geplante Fusion

Die Fusion der Universität Cottbus mit der Hochschule Lausitz stößt auf scharfe Kritik. Studenten und Mitarbeiter der Cottbuser Universität protestierten am Dienstag mit einem Staffellauf von Cottbus nach Potsdam gegen die umstrittene Verschmelzung.

Brandenburgs rot-rote Landesregierung plant eine Reform der Hochschullandschaft mit bundesweiter Signalwirkung: Die Cottbuser Universität und die Hochschule Lausitz sollen zusammengelegt werden. Beabsichtigt ist, die zwei Hochschulen mit 10.000 Studenten bis Mitte 2013 miteinander zu verschmelzen. Bekannt sind diese Pläne bereits seit Februar 2012; jetzt nehmen sie Gestalt an. Doch das Vorhaben der Landesregierung trifft auf harsche Kritik.

Angetrieben von der Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) soll die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU) und die Hochschule Lausitz zu einer neuen Universität zusammengeschlossen werden. Mit der Fusion sollen die Hochschulstrukturen angesichts knapper Kassen und des demografischen Wandels für die Zukunft gut aufgestellt werden. Die Kunst spricht von der Chance, Wissenschaftsgeschichte zu schreiben und betritt mit ihrem Vorhaben in der Hochschullandschaft Neuland.

Wissenschaftler fürchten um Ansehen der Hochschule

Allerdings trifft die Wissenschaftsministerin mit ihrem Vorhaben auf starken Widerstand. Dauerproteste stellen ihren Reformwillen auf eine harte Probe. Sowohl Studenten als auch Mitarbeitern der BTU wehren sich gegen die Fusion. Die Kritiker setzen auf eine verstärkte Kooperation beider Hochschulen. Bei einer Verschmelzung befürchte man, die Gefährdung der anerkannten Stellung der BTU. Das könnte zur Folge haben, dass sich Partner aus der Industrie zurückziehen. Ähnliche Fusionen im Westen Deutschlands zeigen, dass ein Zusammenschluss oft mit dem Weggang renommierter Forscher einhergeht.

Wissenschaftler der BTU in Cottbus haben sich bereits zu Wort gemeldet und mit dem Verlassen der Universität gedroht. Einer unter ihnen ist Christoph Egbers, der mit seinem Weltraum-Experiment Geoflow zur Erforschung von Strömungen im Erdinneren international für Aufsehen sorgte. Er legt der Ministerin nahe, Abstand von den Plänen zu nehmen.

Proteste zeigen bislang keine Wirkung

Unterdessen protestieren auch die BTU-Studenten gegen die Fusion. Mit einem Staffellauf am Dienstag trugen sie ihren Protest von Cottbus in die Landeshauptstadt Potsdam. Zudem hat eine Volksinitiative 33.000 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Bislang zeigt sich die Landesregierung von diesen Maßnahmen allerdings unbeeindruckt. Bereits vor der Landtagsdebatte wurden Tatsachen geschaffen. So wurde Mitte Oktober mit einem Beschluss der Weg zur Neugründung endgültig geebnet. Studenten und auch Wissenschafter halten dieses Vorgehen für undemokratisch.

Die Landesregierung setzt nun alles daran, den Protestlern die geplante Fusion schmackhaft zu machen. So sollen die rund 2000 Mitarbeiter zu den bisherigen Bedingungen übernommen werden. Außerdem soll die neue Universität mit 66 Millionen Euro pro Jahr so viel Geld wie bisher beide Hochschulen erhalten. Auch ein Zuschlag von zehn Prozent für neue Bereiche ist geplant.

Im Januar wird sich zeigen, ob Wissenschaftsministerin Kunst mit ihrem Reformwerk tatsächlich zur Tat schreiten kann. Dann entscheidet das Parlament in Potsdam über die mögliche Fusion, der Technischen Universität Cottbus mit der Hochschule Lausitz.

(Redaktion)

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