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Mittwoch, 14. November 2012

Moderne Wohnprojekte: mehr als nur eine Zweckgemeinschaft

Die Zeiten, in denen bei Wohnprojekten automatisch an Kommunen oder studentische Wohngemeinschaften gedacht wurde, sind lang vorbei. Immer noch gibt es ganz einfache und billige Wohnprojekte, aber auch solche, die sich an finanzstärkere Interessenten richten, die das Leben in der Gemeinschaft suchen.

Die Basis moderner Wohnprojekte sind Wohngemeinschaften. Sie entwickeln gemeinsam eine Idee zu einem Haus, das anschließend zusammen bewohnt und verwaltet wird. Wohnprojekte entstehen verstärkt seit den 80er Jahren. Sie sind Antworten auf den demografischen Wandel und auf den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Man kann sie auch als Beitrag zur Verbreitung von Lebensformen nach ihren Bedürfnissen sehen.

Prinzipiell versuchen Wohnprojekte aber den Beteiligten Chancen zu eröffnen, damit sie auch ohne hohen Eigenkapitaleinsatz selbstbestimmt leben können. Sie bieten eine angenehme Alternative zum Leben im Seniorenheim oder in einer Singlewohnung. Neben alters- und behindertengerechten Wohnprojekten gibt es auch solche, die sich um die Integration sozial schwacher Menschen, Asylbewerbern oder Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf bemühen.

Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, stellt das Gericht einen Betreuer an die Seite. Betroffene finden häufig in Wohnprojekten Hilfe. Ähnliche Konzepte gibt es auch für alleinerziehende Mütter, die in Wohnprojekten durch die Gemeinschaft Unterstützung erfahren.

Wohnprojekte zeichnen sich durch demokratische Arbeitsweisen und die Selbstverwaltung aus. Meist werden für die Projekte alte Häuser genutzt, es gibt aber auch Neubaukomplexe, die umgewidmet werden. Häufig werden auch Kasernen oder alte Industriebrachen für Wohnprojekte genutzt. Die Gruppenmitglieder unterstützen sich gegenseitig; jeder bringt seine Stärken in die Gemeinschaft ein.

Besondere Wohnprojekte sind z. B. Mehrgenerationenhäuser, Siedlungsgenossenschaften oder Ökosiedlungen. Oft sind die Projekthäuser „alternativ“ konzipiert. Bekannte Wohnprojekte sind z. B. MiKa in Karlsruhe, Köpi in Berlin, die Hafenstraße in Hamburg, Wohnsinn in Darmstadt, Wagnis in München und viele andere mehr, die auch in den kleineren Orten starten. Hier finden viele Menschen, die sozial ausgegrenzt werden, eine neue Heimat und Gleichgesinnte.

(Redaktion)

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