InklusionZiel der "Disability Studies" ist es das Thema Behinderung in den wissenschaftlichen Diskurs zu integrieren. Foto: Dieter Schütz / PIXELIO
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Mittwoch, 21. November 2012

Uni Hamburg: Disability Studies vor dem Aus

Die Universität Hamburg sollte eine Vorreiterrolle einnehmen, als das Projekt „Disability Studies“ startete. Jetzt fehlt das Geld und die Zukunft des Zentrums ist stark gefährdet.

Das Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) an der Universität in Hamburg steht vor dem Aus. Seit sieben Jahren existiert das Zentrum mittlerweile, bisher größtenteils finanziert durch den Europäischen Sozialfonds. Diese Finanzierung endet im Februar 2013 – eine weitere Finanzierung durch den ESF wäre erst ab 2014 möglich.

Senat weigert sich für Zwischenfinanzierung aufzukommen

Zur Überbrückung wäre eine Zwischenfinanzierung im Umfang von rund 100.000 Euro nötig. Bisher gibt es jedoch keine Anzeichen, dass die Stadt Hamburg beziehungsweise die Wissenschaftsbehörde, die das Zentrum bisher zu 25 Prozent unterstützt hat, dazu bereit wäre, diese Summe zu investieren. Der Senat sieht sich nicht in der Pflicht, das ZeDiS zu finanzieren, denn es sei normal, Projekte nur für einen bestimmten Zeitraum zu fördern. Ziel müsse es sein, dass Projekte in die Regelfinanzierung übernommen werden, so berichtet das Hamburger Abendblatt. Der Sprecher der Wissenschaftsbehörde erklärte der Zeitung, die Entscheidung über die regelhafte Finanzierung des Projekts liege bei der Universität Hamburg. Diese solle das ZeDiS in ihr Hochschulbudget übernehmen.

Das Ziel „Disability Studies als Wissenschaftszweig“ rückt in die Ferne

Zuletzt arbeiteten beim ZeDiS sieben Personen, vorwiegend Schwerbehinderte. Gemeinsam mit selbstbetroffenen Studierenden, Absolventen sowie anderen Interessierten ist es nach eigenen Angaben das Ziel des Projektes, Disability Studies als Wissenschaftszweig zu etablieren. Langfristig sollte ein Studiengang an der Universität Hamburg aufgebaut werden. Unter der Leitung von Frau Prof. Gerlinde Renzelberg werden zahlreiche Veranstaltungen geplant und durchgeführt. Dazu gehört es etwas Lehraufträge an behinderte Absolventen zu vergeben und Ringveranstaltungen, mit selbst betroffenen Gastdozenten durchzuführen. Mit solchen Maßnahmen will das ZeDiS den akademischen Diskurs ermöglichen.

(Redaktion)

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