studentensiedlung freiburgWie hier in Freiburg könnten Studenten bald bundesweit untergebracht werden: in alten Kasernen. Foto: Andreasklug / wikimedia / cc-by-sa 2.5
News | Wohnen
Donnerstag, 6. Dezember 2012

Maßnahmen gegen fehlende Studentenwohnungen: Ramsauer bittet zu Tisch

Die oft vergebliche Wohnungssuche zu Anfang des Semesters ist für viele Studenten, die in eine neue Stadt ziehen, längst an der Tagesordnung. In der vergangenen Woche hatte Bundesbauminister Ramsauer deswegen Vertreter der Studentenwerke, der Länder sowie der Finanz- und Immobilienwirtschaft zu einem „Runden Tisch“ zum Thema Wohnungsknappheit gebeten. Begrüßt wurde das Treffen auch vom Mieterbund.

„Der Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer hat Recht. Es kann nicht sein, dass wir in den Stadtzentren nur noch aufpolierte Luxusappartements sehen und preiswerter Wohnraum immer mehr verschwindet. Gut, dass sich der Bundesbauminister angesichts 70.000 fehlender Wohnungen für Studenten endlich des Problems der studentischen Wohnungsnot annimmt.“ So kommentierte Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), das von Ramsauer einberufene Treffen. Doch nach Einschätzung Siebenkottens fehlen nicht nur 70.000, sondern über 200.000 Wohnungen. Die Folge sind stark steigende Mieten, vor allem in Großstädten und Ballungszentren.

Der Mieterbund fordert deshalb eine gesetzliche Begrenzung der Mieten bei erstmaliger Vermietung. Sie sollten die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um zehn Prozent übersteigen dürfen. Ob dies allerdings zusätzliche Investoren anlockt? Ramsauer sieht kurzfristige Lösungen ohnehin auf einem anderen Gebiet. So will er beispielsweise die Umnutzung von leer stehenden Kasernen prüfen lassen.

Ramsauer will auch Bundesländer in die Pflicht nehmen

Nichtsdestotrotz sieht Ramsauer die Bundesländer in der Pflicht. Sie seien auf Föderalismus bedacht und müssten deshalb auf den Gebieten, die sie für sich beanspruchen, auch verantwortlich handeln. Trotzdem fordert beispielsweise der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, dass sich der Bund an einem Zuschussprogramm beteiligen möge. Dies könnte den Bau von 25.000 preiswerten Wohnungen für Studenten ermöglichen. Immerhin gibt es schon jetzt nicht zuletzt aufgrund solcher Programme rund 230.000 subventionierte Wohnungen für Studenten. Es sei wichtig, die Miete niedrig halten zu können. Denn nach seiner Information hätten etwa die Hälfte der Mieter noch nicht einmal den BAfög-Höchstsatz von 670 Euro im Monat zur Verfügung.

Zweiter „Runder Tisch“ im Frühjahr 2013 soll konkrete Maßnahmen beschließen

Zunächst wurden bei dem Treffen vor allem Vorschläge gesammelt und noch keine Beschlüsse gefasst. Aber bei einem zweiten „Runden Tisch“ im nächsten Frühjahr möchte Ramsauer konkreter werden. Die Vorschläge reichen von der Umwidmung von Kasernen bis hin zur Nutzung von Hotelschiffen. Und natürlich wird auch über eine verstärkte Förderung durch die staatliche KfW nachgedacht. Bei einem einmaligen Zuschuss von 26.000 Euro könnte die Miete pro Platz bei erträglichen 230 Euro gehalten werden.

(Redaktion)

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