TablettenWenn der Stress zu viel wird greifen Studenten immer häufiger zu Tabletten. Foto: Sara Hegewald / PIXELIO
News | Studium
Mittwoch, 19. Dezember 2012

Studenten greifen häufiger zu Tabletten

Leistungsdruck, Stress und Angst vor der Zukunft sind Alltag für Studenten. Eine neue Studie belegt weiterhin, dass Studenten im Vergleich zu Gleichaltrigen, die erwerbstätig sind, weitaus häufiger zu Psychopharmaka greifen, als es früher der Fall war. Zudem nehmen sie diese auch länger ein.

Scheinbar haben Studenten doch kein so ruhiges Leben, wie manch einer vermutet: Eine neue Auswertung belegt, dass die Angehörigen der deutschen Studentenschaft verglichen mit früher deutlich länger Psychopharmaka einnehmen. Durchgeführt wurde die Untersuchung von der Techniker Krankenkasse (TK). Statistisch gesehen nahm ein Student 2010 13,5 Tagesdosen ein. Im Jahre 2006 waren es 8,7 Tagesdosen. Das entspricht einem Anstieg von 55 Prozent. Der Bedarf bei den Studenten erhöhte sich damit stärker als bei den gleichaltrigen Erwerbstätigen. Jene steigerten sich von 7,1 Dosen auf 9,9 Dosen – und somit um 39 Prozent – im oben genannten Zeitraum.

Mindestens einmal jährlich stellt der Arzt ein psychisches Leiden fest

Herangezogen wurden für die Studie die Daten von Studenten, die selbstständig bei der TK versichert sind. Die daraus gewonnenen Ergebnisse verglich die Kasse anschließend mit den Werten von Berufstätigen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren. Insgesamt ergab sich, dass jeder fünfte Erwerbstätige in dieser Altersgruppe und jeder Student wenigstens einmal jährlich von einem Arzt ein psychisches Leiden bescheinigt bekommt. Die Frauen waren mit 39 Prozent deutlich häufiger vertreten als die Männer mit 13 Prozent. Zudem verschreiben die Ärzte mehr Antidepressiva: Um mehr als 40 Prozent sind in den letzten vier Jahren die Verordnungen angestiegen.

Andere Untersuchungen brachten ähnliche Ergebnisse

Auch das renommierte Forsa-Institut führte im Auftrag der Krankenkasse vor einiger Zeit eine Befragung von 1.000 Studenten im Bundesland Nordrhein-Westfalen durch. Im Rahmen dieser gaben 75 Prozent der Befragten an, dass sie häufig unruhig und nervös seien, ein hohes Maß an Verzweiflung spüren phasenweise 23 Prozent und von Panikattacken werde 15 Prozent heimgesucht. Die Befragten fühlten sich überfordert, litten unter Prüfungsstress, Angst vor der Zukunft, Zeitdruck und Geldsorgen. Die schärfer gewordenen Studienbedingungen mit kürzeren Studienzeiten und weniger Freiräumen seien der Grund dafür. Weitere relevante Studien zum Thema liegen von der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) und der TU Chemnitz vor.

(Redaktion)

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