fahräderAn deutschen Unis könnte es künftig voll werden: Immer mehr Abiturienten entscheiden sich für ein Studium. Foto: Stefan Zerfaß / PIXELIO
News | Studium
Montag, 31. Dezember 2012

Neuer Studentenrekord an deutschen Hochschulen

Rund 2,5 Millionen Studenten sind momentan an deutschen Hochschulen eingeschrieben – so viele wie noch nie. Allerdings wird beklagt, dass unter den hohen Studierendenzahlen die Lehre leidet.

Vor zehn Jahren lag die Zahl der eingeschriebenen Studenten an deutschen Universitäten noch bei 1,9 Millionen, 2012 sind es rund 2,5 Millionen. Ein neuer Rekordwert. Zwar sank die Zahl der Erstsemester in Relation zum Jahr 2011, dennoch sind die 492.700 Erstsemester in diesem Winter, die zweithöchste Zahl, die jemals gemessen wurde. 2011 entschieden sich 518.700 Personen für ein Studium. Für diese hohen Zahlen wird vor allem der Wegfall der Wehrpflicht im vergangenen Jahr verantwortlich gemacht.

Insgesamt wirkt sich auch die gestiegene Zahl der Studienberechtigten auf die hohen Erstsemesterzahlen aus. Roderich Egeler, Präsident des Statistischen Bundesamtes, sagte der „Zeit“, immer mehr Eltern würden sich für das Gymnasium als weiterführende Schule für ihr Kind entscheiden. Außerdem haben immer mehr Abgänger von beruflichen Schulen eine Hochschulberechtigung.

Betreuungssituation an Hochschulen ist schlechter geworden

Die Betreuungssituation an den deutschen Hochschulen hat sich aufgrund der hohen Studierendenzahlen verschlechtert. 2010 kamen auf einen Universitätsdozenten circa 13 Studierende. Ein Jahr später stieg die durchschnittliche Zahl der zu betreuenden Studenten auf 13,7.

An besonders gefragten Fachhochschulen sind die Zahlen drastischer. Das Betreuungsverhältnis verschlechterte sich im Vergleich zwischen 2010 und 2011 von 1 zu 23,6 auf 1 zu 24,5, berichtet „Die Zeit“. Die Fachhochschulen hätten außerdem weniger finanzielle Mittel zur Verfügung gehabt.

Die Hochschulen und Hochschulkliniken haben trotz der schlechteren Betreuungsschlüssel an ihrer Personalaufstockung gearbeitet. Im vergangenen Jahr waren 337.100 wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiter an den Hochschulen angestellt. Damit hat sich die Zahl um rund 50 Prozent gesteigert, in Relation zu den Zahlen vor zehn Jahren.

Doch nicht nur ein gutes Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Studenten zeichnet eine gute Grundlage für ein erfolgreiches Studium aus. Auch bezahlbare Wohnungen, Plätze zum Lernen an der Uni und eine gute Betreuung sind wichtig. Deshalb appelliert das Deutsche Studentenwerk an die Hochschulen nicht nur in mehr Personal zu investieren, sondern auch die soziale Infrastruktur an den Universitäten zu verbessern.

(Redaktion)

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