Bachelor-Studenten sind trotz Stress zufrieden mit ihrem Studium, wie eine aktuelle Umfrage ergab. Foto: Stephan Bachmann  / PIXELIOBachelor-Studenten sind trotz Stress zufrieden mit ihrem Studium, wie eine aktuelle Umfrage ergab. Foto: Stephan Bachmann / PIXELIO
News | Studium
Mittwoch, 15. Mai 2013

Bachelor-Studenten gestresst, aber zufrieden

Bachelor-Studenten haben zwar einerseits Spaß am Studium, andererseits empfinden sie aber auch Stress. Ein Studium nimmt immer mehr die Züge der späteren Arbeitswelt an – für Selbstfindung ist hier schon lange kein Platz mehr.

Rund die Hälfte der Bachelor-Studenten kennt das Gefühl von Überforderung und muss gegen Erschöpfung ankämpfen, so das aktuelle Ergebnis einer Umfrage des HIS-Instituts für Hochschulforschung, an der 4.087 Studenten teilnahmen. Auftraggeber der Studie war das Deutsche Studentenwerk (DSW). Noch mehr Umfrageteilnehmer – nämlich 68 Prozent – fühlten sich von ihrem Studium gestresst. Für die meisten Studenten geht dies mit hohem Leistungsdruck und ständiger Zeitnot einher. Die finanzielle Situation erfordert häufig die Ausübung eines Nebenjobs, was für jeweils 41 Prozent der Befragten eine Belastung darstellt. Trotzdem haben 70 Prozent Spaß an ihrem Studium und 61 Prozent sind der Überzeugung, dass sie ihre Probleme selbst lösen können.

Zunehmender Druck, hohes Stressniveau, aber das Studium ist zu schaffen

Stefan Grob vom DSW ist froh über die Resultate der aktuellen Umfrage. Sie zeigen, dass ein Bachelor-Studium nicht psychisch krank mache, wie frühere Studien oft suggerierten. Das Stressniveau ist hoch und der Druck nimmt zu, dennoch ist das Studium zu schaffen. Mittlerweile sind die gesellschaftlichen Leistungsanforderungen allerdings im Studium deutlicher zu spüren. Für Selbstfindung ist kein Platz mehr. Ein Studium gleicht inzwischen mehr einem Job, wo ein ähnliches Stresslevel herrscht und eine hohe Stress-Resistenz vorhanden sein muss. Wer sich von seinem Studium überfordert fühlt und ständig müde ist, sollte die Beratungsangebote des Studentenwerks, der Hochschule oder der Asta in Anspruch nehmen. Wichtig ist, eine gute Balance zwischen Studium und dem Leben außerhalb des Studiums zu entwickeln.

Studenten machen zunehmend von Beratungen Gebrauch

Einer Beratung zu einem psychosozialen oder sozialen Problem haben bereits 38 Prozent der Befragten in Anspruch genommen. Für 49 Prozent ist es durchaus vorstellbar, sich bei Leistungs- oder Lernstörungen an einen Berater zu wenden. Bei Studienabschlussproblemen würden sich 47 Prozent für eine Beratung entscheiden. Grob empfiehlt, sich nicht zu sehr von der Regelstudienzeit unter Druck setzen zu lassen. Die Studenten sollen entweder gelassener damit umgehen oder eben ein bis zwei Semester länger studieren. Bei der Bewerbung würden die Absolventen in der Regel nicht wegen ein bis zwei zusätzlichen Semestern abgelehnt werden, da vielen Unternehmen sich an anderen Sachen als an der Dauer des Studiums orientieren.

(Redaktion)

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