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Mittwoch, 1. Februar 2012

Bewerbungsverfahren via Internet sorgt für Chaos an Universitäten

Die bundesweite Online – Einschreibung an den Hochschulen weißt große Problematiken auf: Laut Sitzungsprotokoll der Stiftung Hochschulstart können nur maximal 40 aller 300 Hochschulen an dem Bewerbungsverfahren via Internet für Numerus-clausus-Studiengänge teilnehmen.

Seit Jahren herrscht an den deutschen Hochschulen ein zunehmendes Einschreibchaos, zuletzt tauchte dieses Problem wieder in den News auf: Die Folgen sind Doppelzulassungen und Mehrfachbewerbungen, circa 20.000 Numerus – clausus – Studiengänge können dadurch nicht vollständig besetzt werden. Die Einführung des bundesweiten Studienzulassungssystems via Internet sollte hier theoretisch greifen und dieser Problematik ein Ende setzen. Praktisch gesehen können jedoch lediglich 40 der angestrebten 300 Hochschulen in diesem Jahr an der Online-Einschreibung für Numerus-clausus-Studiengänge teilnehmen, besonders problematisch sind Studiengänge mit einer einzigen Fachrichtung, wie die Stiftung Hochschulstart bestätigte.

Die SPD Politikerin Ulla Borchardt fordert eine bundesgesetzliche Regelung in Berlin an, die dem anhaltendem Einschreibchaos eine Ordnung verleiht. „Mit einem Bundesgesetz werden zwar nicht sofort die aktuellen technischen Probleme gelöst, wohl aber in dem Dauerstreit endlich Klarheit über Zuständigkeiten und Verantwortung geschaffen, ebenso Abläufe und Finanzierung eindeutig geregelt“, äußert sich die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Wenn insgesamt alle 300 Hochschulen an dem Studienzulassungssystem teilnehmen, können Doppeleinschreibungen vermieden werden.

Veraltete Verwaltungs-Software an den Schulen und mehrfach erfolgte Start-Verschiebungen des neuen Systems haben nicht nur Mehrfachbewerbungen zur Folge, sondern auch sinnlose Verschleuderungen von Steuergeldern wegen Nichtbesetzung freier Studienkapazitäten. Dieser Zustand kann laut Borchardt nicht auf den Rücken junger Menschen ausgetragen werden. Sie zieht Bundesbildungsministerin Annette Schavan in die Verantwortung: Schavan ignoriere seit Jahren, dass der Bund auch nach der Föderalismusreform für die Zulassung zum Studium wie auch für die Abschlüsse zuständig sei.

Für die Entwicklung des neuen technischen Zulassungssystems hat der Bund bisher 15 Millionen Euro gezahlt. Die entstandenen Probleme müssen nach Robin Mishra, dem Sprecher der Bundesbildungsministerin, nun analysiert und behoben werden. Laut dem Protokoll der Stiftung Hochschulstart können jedoch Mehrfachzulassungen sowie die Beschleunigung und Transparenz der Zulassungsverfahren zum gegenwärtigen Zeitpunkt für das Wintersemester 2012/2013 nicht gewährleistet werden.

(SW)

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