NestflüchterAuch wenn die "Kleinen" bald Flügge werden, bleiben Sie in der Nähe von "Hotel Mama". Foto: Evi Angela Daub / PIXELIO
News | Wohnen
Montag, 16. Mai 2011

Deutsche Heranwachsende sind Nestflüchter mit begrenztem Fluchtgebiet

Das „Hotel Mama“ ist bei den meisten jungen Erwachsenen anscheinend so beliebt, dass die kuschelige Wärme des Elternnestes beim Flüggewerden nicht weit verlassen wird. Vielmehr kommen die Hinausziehenden regelmäßig zu Besuch, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Der erste Auszug aus dem Elternhaus ist für viel junge Erwachsene ein wichtiger und großer Schritt in ihrem Leben. Dabei dominiert meist der Wunsch endlich auf eigenen Beinen zu stehen, unabhängig und frei zu sein. Doch wie frei sind die Jugendlichen eigentlich? Eine Umfrage von ImmobilienScout24, bei der es 1.027 Teilnehmer gab, zeigt nun: Die Mehrzahl, nämlich über die Hälfte der Befragten, begibt sich nicht weiter als 25km von seinem Elternhaus weg. Die Nähe zur elterlichen Fürsorge ist damit sozusagen garantiert.

Interessant sind vor allem die Beweggründe der jungen Menschen, die Nähe des Elternnestes nicht allzu weit zu verlassen. Während die Töchter überwiegend emotionale Beweggründe (73%) für die Elternnähe angaben, dominierten bei den männlichen Teilnehmern vielmehr pragmatische Gründe wie Verpflegung (30%) oder die Wäsche (21%). Auch wenn fast ein Drittel der Teilnehmer die Eltern anfangs noch ca. ein-dreimal pro Woche besucht, bedeutet der erste Schritt in ein eigenes Zuhause die Erfüllung eines wichtigen Wunsches nach Eigenständigkeit.

Das erste eigene Nest ist in den meisten Fällen ein Pärchen-Nest

Am meisten verbreitet unter den Gründen, die für einen Auszug sprechen, ist der Wunsch nach Eigenständigkeit und Privatsphäre (45%). Dies zeigt die Top-Five der meist genannten Gründe für einen Auszug im Rahmen der ImmobilienScout24-Umfrage. Auf dem zweiten Platz folgt mit 35% der Wunsch, mit dem Partner zusammenzuziehen. Auffällig hierbei ist der Vergleich zu den Motivationen für einen Auszug zu den heute 40 – 50 Jährigen: In dieser Gruppe dominierte der Wunsch, mit dem Partner zusammenzuziehen, als Grund für den ersten Auszug aus dem Elternhaus. Ein Studium, eine Stelle oder eine Ausbildung sind für 34% Anlass die gewohnte Umgebung zu verlassen. Lediglich an Platz vier der Liste mit 17% steht die Begründung, schlichtweg keine Lust mehr auf die Eltern zu haben. Auffallend ist auch die Zahl der Eltern, die selbst das Thema Auszug ihrer Kinder forcieren. Die Zahl liegt bei mageren 4%.

Beachtlich sind auch die unterschiedlichen Wohnformen, in die sich die jungen Leute begeben. Die Mehrzahl der Befragten (37%) zieht mit dem Partner in die erste eigene Wohnung. Daran hat sich also seit der Generation der 40-50 Jährigen nichts geändert. Allerdings suchen sich heute mittlerweile immerhin 33% einen eigenen Unterschlupf. Mit 11% rangiert das WG-Leben auf Platz drei

(KH)

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