Die Lange Nacht der HausarbeitenAnstatt endlich die Hausarbeit zu schreiben, greifen viele Studenten auch gerne zum Putzlappen. Foto: birgitH / PIXELIO
News | Hochschulen
Mittwoch, 11. April 2012

Die Lange Nacht der Hausarbeiten

Wer kennt sie nicht, die „Aufschieberitis“. Im Rahmen einer ungewöhnlichen Aktion haben Studenten jetzt eine Nachtschicht eingelegt, um ihre Hausarbeiten zu schreiben. Mit der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ wollten Universitäten sie ermuntern, ihre Seminararbeiten endlich in Angriff zu nehmen.

Hausarbeiten schreiben sich nicht mal eben so – jeder Student weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt und dass diese am liebsten bis auf die letzte Nacht vor dem Abgabetermin verschoben wird. Das haben jetzt auch einige Hochschulen erkannt und zur „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ gerufen. So kamen zum Beispiel in Tübingen über hundert Studenten zu der Aktion in der Bibliothek zusammen. Mitten in der Nacht blickten sie konzentriert auf ihre Laptops, unterhielten sich im Flüsterton oder versuchten den Inhalt des Bücherstapels vor ihnen zusammenzufassen. Andere nutzten die Angebote, die den stressgeplagten Studenten helfen sollten: Bis Mitternacht wurden von einer Kommilitonin aus der Abteilung Hochschulsport Rückenmassagen angeboten und neben dem Treppenaufgang der Bibliothek hat man sogar eine Fläche als Ruheraum eingerichtet – für den Fall, dass kein Kaffee mehr, sondern nur noch Powernapping hilft.

Viele, die ihre Hausarbeit seit Wochen vor sich herschoben, fanden hier endlich die Motivation, die sie brauchten – und wurden dabei sogar von Dozenten beraten. Von ihnen waren einige Nachtaktive vor Ort und nahmen sich Zeit für die Fragen der Studenten. Wer sich nicht mit inhaltlichen Problemen plagte, sondern mit formalen, für den standen außerdem Computerexperten zur Verfügung: Informatikstudenten in höheren Semestern, die mit ihrem Wissen verzweifelten Studenten eine große Hilfe waren.

Mit der Aktion in Tübingen sollte unter anderem das neu entstehende Schreibzentrum unter den Studenten bekannt gemacht werden. Dieses möchte in Zukunft allen Angehörigen der Hochschule – Lehrenden wie Studierenden – helfen akademische Schreibkompetenz erreichen. Dazu sollen Workshops angeboten, Schreibtutoren ausgebildet und Materialien verteilt werden. Die Finanzierung ist für fünf Jahre durch das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gesichert. Und eine zweite Tübinger Nacht der Hausarbeiten soll es nach dem Erfolg der ersten Veranstaltung auch geben – ein Glück für die Studenten.

(Redaktion)

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