Überforderter DoktorandÜberforderter Doktorand. Foto: Benjamin Thorn / PIXELIO
News | Studium
Mittwoch, 13. März 2013

Doktoranden-Ausbildung kritisiert

Die Universitäten in Deutschland kontrollieren die Doktorväter nicht ausreichend und die Promotionen fallen zu individuell aus, wie eine aktuelle Studie der Europäischen Universitätsvereinigung herausfand.

Diese Feststellungen ziehen die Forderung nach einer Neugestaltung der Doktoranden-Ausbildung nach sich. Die Europäische Universitätsvereinigung (EUA) wandte sich nach der Auswertung der Studie an die Bundesrepublik Deutschland, um die Universitäten zu Reformen anzuregen.

Dem Report über das Promovieren in europäischen Staaten ist dabei zu entnehmen, dass die Universitäten in Deutschland aufgrund der großen Anzahl an individuellen Promotionen bei ihren Doktorvätern und – müttern auf eine bessere Ausbildung achten sollten. An der in den Jahren 2011/2012 durchgeführten Umfrage der EUA nahmen 112 Forschungseinrichtungen und Universitäten teil. Inhalt war die Qualitätssicherung der Ausbildung an den Institutionen.

Gleiche Standards schaffen

Bereits 2003 einigten sich die EU-Staaten auf die Schaffung gleicher Standards in der Phase der Promotion. Als Vorbild sehen die Hochschulforscher in Europa dabei hauptsächlich die Graduiertenschulen in den USA. Grundsätzlich waren im Vergleich zu 2003 eine professionalisierte Doktorandenausbildung und eine vermehrte Qualitätssicherung an den Bildungsinstituten festzustellen. Die Forschungseinrichtungen und Universitäten erfassten unter anderem Promotionsdauer sowie Abbruch- und Abschlussquoten. Weiterhin wurden Zulassungs- und Betreuungskriterien erarbeitet. Auch für die Qualität und die Betreuung der Dissertation wurden Vorgaben aufgestellt.

Große Unterschiede zwischen Deutschland und anderen EU-Staaten

An 90 Prozent der an der Studie teilnehmenden Einrichtungen gibt es formale Zulassungskriterien, bei einem ebenso hohen Anteil wird der Werdegang der Promovierenden bis zu ihrem Abschluss genau verfolgt. Die Betreuung der Doktoranden findet zunehmend auf der Grundlage von schriftlichen Vereinbarungen statt. Deutsche Hochschulen weisen gegenüber den Instituten in den anderen europäischen Staaten einige Besonderheiten auf. So ist es lediglich bei acht Prozent der Hochschulen in der EU üblich, dass ohne Feststellung einer ausreichenden Qualifikation durch ein Unigremium die Annahme von Doktoranden erfolgt.

Hierzulande ist diese Vorgehensweise allerdings vorherrschend. An sechs der sieben befragten Einrichtungen wird so verfahren. Zudem gibt es in Deutschland überaus selten eine Überwachung der Doktorandenbetreuung durch die Hochschule, bei 61 Prozent der EU-Einrichtungen ist sie selbstverständlich. Deutschen Instituten hält die EUA wiederum das Hilfsangebot für Promovierende bei der Karriereplanung zugute.

(Redaktion)

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