Österreich und SchweizIst der NC hierzulande zu hoch, weichen viele deutsche Studenten in die Nachbarstaaten aus. Das sorgt für Diskussionen. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO
News | Studium
Dienstag, 5. Februar 2013

EU-Kommission verlängert österreichische Quotenregelung

Um sich vor den deutschen „Numerus Clausus-Flüchtlingen“ zu schützen, gibt es in Österreich bislang eine Quote, die festlegt, wie viele ausländische Stundeten sich dort einschreiben dürfen. Obwohl das gegen EU-Recht verstößt, haben die Österreicher jetzt noch mal eine Verlängerung für diese Regelung bekommen.

Seit 2006 weichen besonders deutschen Studenten aufgrund der Zulassungsbeschränkungen hierzulande verstärkt ins ebenfalls deutschsprachige Österreich aus. Betroffen sind besonders Studiengänge mit einem hohen NC, wie Medizin. Deshalb führte Österreich eine Quotenregelung für den Zugang an den Medizin-Unis ein: drei Viertel der Erstsemester-Plätze bleiben für die eigenen Studenten reserviert, zwanzig Prozent gehen an die EU-Bürger und fünf Prozent sind für den Rest der Welt offen.

Derartige Regelungen sind aber wegen Diskriminierung grundsätzlich nicht mit EU-Recht vereinbar. Deshalb wurde die Quotenregelung von der EU-Kommission beanstandet. Der österreichische Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle konnte jedoch unter Hinweis auf die gefährdete medizinische Versorgung Österreichs erreichen, dass die Quotenregelung vorerst bis Ende 2016 Bestand hat. Hintergrund seines Arguments ist, dass von den deutschen Studenten 75 Prozent nach Abschluss des Studiums nicht in Österreich arbeiten wollen.

Doch der Nachweis, dass diese Befürchtungen auch berechtigt sind, konnte mangels geeigneter Untersuchungen bisher nicht erbracht werden. Deshalb erhielt Österreich jetzt bis 2016 Zeit dafür. Dann wird der erste Jahrgang, der der Quotenregelung unterlag, mit der Ausbildung fertig sein.

Österreich und Schweiz fühlen sich von NC-Flüchtlingen „überrollt“

Töchterle fordert darüber hinaus eine breitere Lösung des Problems zu diskutieren. Beklagt wird vom Nachbarland Österreich, dass nur sehr wenige ausländische Studenten nach ihrem Abschluss auch dem dortigen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Beklagt wird deswegen, dass das Ausweichen der Studenten aus bevölkerungsreichen Staaten in die Nachbarländer diese über Gebühr belasten, ohne dass es dafür einen Ausgleich gibt. Ähnliche Vorwürfe kamen auch schon aus der Schweiz, die den deutschen Staat für die NC-Flüchtlinge zur Kasse beten wollte.

Erste Alternativregelungen stoßen auf wenig Zustimmung

Trotz der Verlängerung vonseiten der EU-Kommission ist klar, dass die bisherige Regelung in Österreich auf Dauer wohl keinen Bestand haben wird. Inzwischen präsentierten deswegen die Medizin-Unis in Wien, Graz und Innsbruck ein neues Aufnahmeverfahren, das sie gemeinsam entwickelt haben. Es löst die bisherigen unterschiedlichen Verfahren ab. Insbesondere das „gendergerechte“ Auswahlverfahren an der Uni Wien hatte in der Vergangenheit für großen Unmut gesorgt. Es hatte Frauen bevorzugt, da sie mit einer geringeren Punktzahl aus dem Aufnahmeverfahren als die Männer zum Studium der Medizin zugelassen wurden.

(Redaktion)

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