Mädchen vor LaptopImmer mehr Frauen in der Studienlandschaft. Foto: michael berger / PIXELIO
News | Studium
Donnerstag, 17. Januar 2013

Frauen erobern die Studien- und Wissenschaftslandschaft

Bisherige Gleichstellungsprojekte zeigen Wirkung: Nicht nur die Zahl an weiblichen Studierenden gesamt steigt an, auch MINT-Studiengänge finden immer mehr weiblichen Zulauf. Zudem werden Stellen in der Wissenschaft und Forschung immer häufiger von Frauen besetzt.

Die verstärkte Förderung von Frauen in der Wissenschaft hat laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erste positive Ergebnisse eingebracht. So meldet das BMBF eine Erhöhung des Anteils von Professorinnen an deutschen Hochschulen seit 2008 um 60%. Dies bedeutet, dass inzwischen jede fünfte Professur in Deutschland von einer Frau besetzt wird. Diese Steigerung ist vor allem dem 2007 von Bund und Ländern ins Leben gerufenen Professorinnen- Programm (PP) zu verbuchen, dessen Fortführung inzwischen um weitere 5 Jahre beschlossen wurde.

Noch Aufholbedarf in den MINT-Fächern

Dennoch lassen sich nach wie vor Unterschiede des Frauenanteils in den verschiedenen Fachrichtungen feststellen. Finden sich Professorinnen vor allem unter den Sprach-und Kulturwissenschaftlern, liegt ihr Anteil im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich gerade mal bei 12 % und bei 9 % in den Ingenieurwissenschaften. Diesem Ungleichgewicht sollen Initiativen wie die MINT- Kampagne entgegenwirken, die die Zahl an weiblichen Studienanfängern in Fächern wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik steigern soll. Auch dieses Förderprojekt schlägt an. So begannen 2011 55% mehr Frauen ein Studium der Ingenieurwissenschaft als noch 2008, in Mathematik und Naturwissenschaften stieg der Anteil um 41 % und im Bereich der Elektrotechnik um 29%. Auch in der Informatik lassen sich inzwischen ebenfalls fast 27 % mehr Frauen finden als im Jahr 2010.

Trotz steigendem Frauenanteil geringere Karrierechancen

Obwohl inzwischen fast 50 % Frauen zu den Studienbeginnern zählen und die MINT-Fächer immer populärer werden, lassen sich nach wie vor unterschiedliche Berufs- und Karriereperspektiven zwischen männlichen und weiblichen Absolventen feststellen. So erklärt Christina Haaf vom „Nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen“, dass es 2012 nur etwa 11 % Frauen ins Top -Management der KFZ- Branche geschafft hätten, 7 % in Führungspositionen der IT- Branche und lediglich 5 % Frauen konnten in der boomenden Games-Branche Fuß fassen. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sieht vor allem familienbedingte Faktoren als die Ursache dieser Unterschiede an. So arbeiteten mehr Frauen als Männer in Teilzeit und müssten während ihrer Karriere mehr Auszeiten für die Kinderbetreuung in Kauf nehmen, was ihnen den Weg in die Führungsetagen deutlich erschwere.

Folglich bildet die Verbesserung der Betreuungsinfrastruktur und die Implementierung von besseren Bedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für weibliche Fachkräfte eine notwendige Ergänzung zu Gleichstellungsprojekten, um Geschlechterunterschiede nachhaltig und langfristig sowohl in der Studien- als auch der Berufslandschaft zu vermindern.

(Redaktion)

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