Nichts Halbes und nichts Ganzes: Viel Abiturienten fangen ein Studium an ohne es zu beenden. Foto: Paulwip  / PIXELIONichts Halbes und nichts Ganzes: Viel Abiturienten fangen ein Studium an ohne es zu beenden. Foto: Paulwip / PIXELIO
News | Studium
Mittwoch, 27. Februar 2013

Handwerk wirbt Studenten ab

Deutsche Schulabgänger zieht es vermehrt an die Universitäten, deshalb versuchen Handwerksverbände mit gezielten Werbungsversuchen neue Auszubildende zu gewinnen. Ein stabiles Handwerk sei wichtig für die Wirtschaft in Deutschland, betonte Handwerkspräsident Otto Kentzler gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“.

In Deutschland ist in den letzten Jahren ein Akademisierungstrend zu erkennen. Immer mehr Abiturienten ziehen ein Studium einer Ausbildung vor. Um wieder mehr Schulabgänger für eine handwerkliche Ausbildung zu gewinnen, wollen die Handwerksverbände nun mit gezielten Werbemaßnahmen auf die potenziellen Azubis zugehen.

Handwerkspräsident Otto Kentzler beklagte gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“ den Akademisierungstrend der Schulabgänger. Dieser sei fatal, da viele Studenten ihr Studium vorzeitig abbrechen würden. Letzteres liege vor allem am Leistungsdruck, der an den Massenuniversitäten herrsche. Insbesondere die naturwissenschaftlich ausgerichteten Fächer seien betroffen, so Kentzler. Durchschnittlich liege die Abbrecherquote an Massenuniversitäten bei etwa einem Drittel.

Handwerk als Karrieresprungbrett

Auszubildende für handwerkliche Berufe sind immer schwerer zu finden. Deshalb werben die Handwerksverbände nun gezielt bei vom Studium frustrierten Studenten, berichtete Kentzler. Im Handwerk hätten die Auszubildenden eine klare Perspektive. Und zwar nach oben. Kentzler forderte deshalb die Anerkennung des Handwerks durch die Bundesregierung als wichtigen Stabilitätsfaktor für Wirtschaft und Gesellschaft.

Neben der Ankündigung demnächst auch Studenten für Ausbildungsberufe begeistern zu wollen, kritisierte Kentzler auch die Schulbildung vieler Abgänger. Da diese meistens nicht ausreiche, um in der Ausbildung auf bestehendes Wissen aufbauen zu können, müssten Gegenmaßnahmen seitens der Ausbildungsbetriebe getroffen werden. So würden die Handwerksmeister oft selbst Nachhilfestunden für ihre Azubis anbieten, um die Wissensdefizite auszubügeln.

Auch gegen frühzeitige Abbrecher in den Ausbildungsberufen wird vonseiten des Handwerks gearbeitet. Kentzler sagte, dass externe Betreuer sich um die Probleme der Lehrlinge kümmern würden.

(Redaktion)

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