vatikanAbgeschafft werden kann die geltende Regelung nur mit Zustimmung vom Vatikan. Foto: Wolfgang Dirscherl / PIXELIO
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Montag, 25. Februar 2013

Katholische Kirche verzichtet auf Vetorecht bei Konkordatslehrstühlen

Die katholischen Bischöfe wollen ihr Vetorecht bei der Besetzung bestimmter pädagogischer Lehrstühle an Bayerns Hochschulen aufgeben. Der Beschluss könnte möglicherweise damit zusammenhängen, dass sich das Bundesverfassungsgericht demnächst mit der Sache befasst.

Die bayrischen Bischöfe wollen auf ihr Vetorecht bei der Besetzung der 21 Konkordatslehrstühle an den bayrischen Hochschulen verzichten, teilte der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz und Münchner Kardinal Reinhard Marx mit.

Allerdings dürfe laut Marx der Verzicht auf das Vetorecht nicht als Signal gewertet werden. So wollen sich, nach Angaben des Vorsitzenden, die Bistümer nicht aus der Lehrerausbildung zurückziehen. Er sagte, dass die Kirchen heutzutage nicht mehr in dem Maße Träger der Lehrerbildung seien, wie es früher der Fall war. Vor diesem Hintergrund ist, nach Meinung des Kardinal Reinhard Marx, der geschichtliche Zusammenhang zu den Konkordatslehrstühlen nicht mehr gegeben. Dennoch bleibe es Ziel Lehrer mit christlichem Gedankengut zu prägen.

Immer wieder gerichtliche Auseinandersetzungen

In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach gerichtliche Auseinandersetzungen um das Einspruchsrecht des jeweiligen Ortsbischofs bei der Besetzung solcher Lehrstühle gegeben. So geht das Vetorecht bei den derzeit 21 staatlich finanzierten Konkordatslehrstühlen in den Fächern Philosophie, Pädagogik und Gesellschaftswissenschaften auf Verträge der katholischen Kirche mit dem Staat aus dem Jahr 1924 zurück.

Der Beschluss könnte möglicherweise auch damit zusammenhängen, dass sich das Bundesverfassungsgericht demnächst mit der Sache befassen muss. In der Stadt Karlsruhe liegen inzwischen zwei Klagen gegen die Konkordatslehrstühle vor. So legte ein Professor eine Verfassungsbeschwerde gegen die Ausschreibung eines Konkordaslehrstuhls für Philosophie an der Uni Erlangen ein. Eine andere Bewerberin für diesen Lehrstuhl war bereits vor einem Jahr vor das Verfassungsgericht gezogen war.

Bislang ist es jedoch unklar, ob die Bischöfe die Konkordatslehrstühle nun ganz abschaffen oder ihr Recht nur ruhen lassen wollen. Für eine gänzliche Abschaffung müssten sowohl der Vatikan, als auch das Land Bayern, beide einer Änderung des Konkordats zustimmen. Hierzu heißt es in einer Erklärung, dass das Katholische Büro Bayern die erforderlichen Kontakte zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Freistaat Bayern herzustellen versucht.

(wg_admin)

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