Hessen Studenten sind nicht unzufrieden. Foto: Lupo / pixelio.deHessen Studenten sind nicht unzufrieden. Foto: Lupo / PIXELIO
News | Finanzen
Mittwoch, 17. April 2013

Kaum Geld, viele Arbeitsstunden und trotzdem zufrieden: Das Leben von Studenten in Hessen

Ein Großteil der Studenten in Hessen verfügt im Monat über deutlich weniger als 1.000 Euro, wie eine repräsentative Umfrage der Sparda-Bank herausfand. Dennoch sind die meisten Studenten mit ihrer finanziellen Situation zufrieden und bewerten sie mindestens als „gut“.

Etwa 80 Prozent der 1.000 befragten Studenten in Hessen müssen mit weniger als 1.000 Euro pro Monat auskommen, wobei der Hälfte davon sogar nur unter 500 Euro zur Verfügung stehen. Finanzielle Schwierigkeiten kennen die meisten Studenten wohl trotzdem nicht, denn drei Viertel bezeichnen ihre finanzielle Lage mindestens als „gut“. Die Möglichkeit, auch mal etwas Geld zu sparen, haben lediglich 4 von 10 Studenten.

Die Finanzierung des Studiums wird allerdings in den meisten Fällen zumindest anteilsmäßig von den Eltern unterstützt. Drei Viertel der Studenten bekommen wenigstens einen Zuschuss, und fast die Hälfte muss sich ganz auf die Eltern verlassen. 20 Prozent hingegen sind ganz auf sich allein gestellt und werden von den Eltern nicht unterstützt.

Studenten haben eine 45-Stunden-Woche

Die Folge dieses finanziellen Engpasses: Die Studenten und Studentinnen beschäftigen sich nicht ausschließlich mit ihrem Studium, sondern sind auf Nebentätigkeiten angewiesen. Nach Angaben der Befragten entfallen 35 Stunden in der Woche auf das eigentliche Studium, drei Stunden benötigen sie für Praktika oder einen Job als studentische Hilfskraft, und im Durchschnitt sechs Stunden müssen zum Geld verdienen aufgebracht werden. Dadurch ergibt sich eine wöchentliche Arbeitszeit von etwa 45 Stunden. Ein Grund für den Anstieg der Stunden ist aber auch die Umstellung auf Bachelor und Master, da für diese Studienabschlüsse mehr Aufwand erforderlich ist. Trotz der recht knapp bemessenen Zeit engagieren sich 60% in studentischen Vereinigungen, Sportvereinen und sonstigen Freizeitgruppen.

Diese Arbeitszeit wird durch die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks bestätigt. Allerdings gibt es auch andere Untersuchungen: Vor drei Jahren kam ein Hamburger Bildungsforscher zu dem Ergebnis, dass die Studenten im Schnitt nur 26 Stunden in der Woche arbeiten würden.

Wohnverhältnisse und Studienbedingungen

Interessant ist, dass nur noch 12 Prozent der Studenten zu Hause bei ihren Eltern wohnen. Der überwiegende Teil – rund 63 Prozent – lebt in Wohngemeinschaften oder mit einem Partner zusammen. Allerdings mangelt es vielen Studenten am Bewusstsein, sich stärker für wirtschaftliche Probleme oder Fragen aus dem Finanzbereich zu interessieren. Etwa die Hälfte der Studenten hat überhaupt kein Interesse an Wirtschafts- und Finanzthemen und sorgt sich nicht um eine Absicherung für Notfälle oder fürs Alter.

Auch zu den Studienbedingungen äußerten sich die Studenten positiv: Knapp 80 Prozent sind damit zufrieden. Allerdings wünscht sich jeder Zweite mehr Praxisbezug und wäre gerne zeitlich flexibler, um beispielsweise auch eine fachfremde Veranstaltung besuchen zu können, ohne gleich auf Terminprobleme zu stoßen.

(Redaktion)

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