Die Wirtschaftskrise 2009 führte dazu, dass zahlreiche Großunternehmen insolvent gingen. Der "Global Business Oath" fordert zu mehr Verantwortungsbewusstsein auf. Foto: Rainer Sturm/ pixelio.deDie Wirtschaftskrise 2009 führte dazu, dass zahlreiche Großunternehmen insolvent gingen. Der "Global Business Oath" fordert zu mehr Verantwortungsbewusstsein auf. Foto: Rainer Sturm/ PIXELIO
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Montag, 20. Juni 2011

Nachsitzen – Angehende Manager erlernen Verantwortungsbewusstsein

Der „Global Business Oath“, welcher anlässlich des Weltwirtschaftsforums 2009 in Davos von der Gruppe „Young Global Leaders“gegründet wurde, setzt weltweit neue ethische und moralische Maßstäbe für angehende Führungskräfte.

Die Wirtschaftskrise 2009 führte dazu, dass zahlreiche Großunternehmen insolvent gingen, Privatpersonen ihre komplette Existenz verloren und sich viele fragten, wie es soweit nur kommen konnte. Dabei ist die Finanzkrise, dessen Nachwehen noch immer spürbar sind, die Folge betrügerischen Handelns und dem Streben nach Macht und Profit. Manager, die Gelder veruntreuen, reine Geldwäsche betreiben und jegliche ethische Grundsätze abzulegen scheinen: damals und heute keine Seltenheit. So kamen beispielsweise einige der Hauptverursacher der Finanzkrise von der amerikanischen Eliteuniversität Harvard: Verwunderlich, ist es doch gerade diese Universität, die mit ihrem Eid auf Rechtschaffenheit für angehende Jungmanager einen neuen Anti-Gier-Gelöbnis-Trend in der ganzen Welt entfacht hat und so auch in Deutschland neue ethische Maßstäbe setzt.

Der „Global Business Oath“ entstand anlässlich des Weltwirtschaftsforums 2009 in Davos, initiiert von der Gruppe „Young Global Leaders“. Dem Gelöbnis nach soll die junge Wirtschaftselite von morgen unter der Berücksichtigung ethischer Grundsätze verantwortlich, ehrlich und verlässlich agieren. Diese Tugenden nimmt sich auch die hessische European Business School (EBS) zum Vorbild und ist damit eine der 3 Universitäten in Deutschland, die den „Global Business Oath“ eingeführt hat. So sollen die angehenden Manager ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für das eigene Unternehmen, für die Gesellschaft und für die Umwelt besitzen. „Das Verhalten begründet sich auf Tugenden, die einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg anstreben, ohne dabei die Interessen der Gesellschaft zu verletzen“, sagt Joachim Schwalbach, Wirtschaftsprofessor an der Berliner Humboldt-Universität, der seit Jahren zum Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns forscht, gegenüber der Welt. Es ist von einem „ehrbaren Kaufmann“ die Rede, welcher ein hohes Verantwortungsbewusstsein besitze.

„Global Business Oath“ stößt auf Kritik

Jedoch sind nicht alle von der „Global Business Oath“-Welle begeistert. Geht es nach Alexander Brink, Experte für Wirtschafts- und Unternehmensethik der Universität Bayreuth, sollen die Jungmanager eine Ausbildung schon während ihres Studiums erhalten, die sie mit Fragen der Ethik und Moral konfrontiert. Außerdem wird die Wirksamkeit des Eids angezweifelt, weil Regelverstöße nicht der Gerichtsbarkeit unterworfen sind. Das Anti-Gier-Gelöbnis ist für die Großbetriebe auch kein Einstellungskriterium, da viele Betriebe ihren eigenen „Code of Coduct“ haben.

Die European Business School lässt sich jedoch von dieser Kritik nicht beirren und verabschiedete am Pfingstwochenende ihre 200 Bachelorabsolventen, unter denen sich 35 freiwillig verpflichten ließen, zukünftig im Sinne des Ehrbahren Kaufmanns zu handeln. Erarbeitet wurde das das Gelöbnis der angehenden Manager in den vergangenen sechs Monaten von der EBS Oath Society (EBSOS), einem Zusammenschluss aus Professoren, Studierenden, Ehemaligen, Mitarbeitern und Förderern der Business School.

(LT)

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