SpickzettelDer klassische Spickzettel ist schon lange out. Wer heute in Schule und Uni betrügt macht dies meist via Internet. Foto: Claudia Hautumm / PIXELIO
News | Studium
Montag, 18. Februar 2013

Plagieren 2.0: Wie das Web abschreiben an Schulen und Unis beeinflusst

„Ich habe die Hausaufgabe vergessen, lass mich mal abschreiben!“ Den Spruch aus der Schule hat wohl jeder Schüler und jede Schülerin schon einmal gehört. Allerdings kann Abschreiben der Hausaufgaben in der Schule oder Hausarbeiten an der Uni fatale Konsequenzen haben.

Auch in den oberen Klassen und sogar an den Unis ist das Abschreiben durchaus nicht unbekannt. Vor allem bei den Hausaufgaben machen es sich manche einfach. Das Internet macht es möglich, schnell einen geeigneten Text zu finden und ihn zu kopieren.

Als Plagiat gelten auch nicht gekennzeichnete Fremdinhalte in Essays

Was in zu Schulzeiten wohl jeder einmal gemacht hat, ist inzwischen auch an der Uni bei Hausarbeiten und Essays gang und gäbe. Der Druck durch die stärker „verschulten“ Bachelor-Studiengänge ist sicher eine der Ursachen, wenn heute öfters zu solchen Mitteln gegriffen wird. Wer eigene Inhalte als die eigenen ausgibt – egal ob in der Doktorarbeit oder im Essay – der riskiert durchzufliegen und im schlimmsten Fall hausgeworfen zu werden.

Internet erleichtert Recherche nach Quellen: für Studenten aber auch für Profs

Das Internet hilft dabei nicht nur Studenten und Schülern leichter an Quellen zu kommen und diese zu plagieren, auch die Dozenten können erheblich schneller nachweisen, dass falsch zitiert oder fremdes Gedankengut als das eigene ausgegeben wurde. Die aktuellen Plagiatsvorwürfe gegen prominente Politiker machen das deutlich. Ohne Internet hätte sich kaum jemand die Mühe gemacht, eine Doktorarbeit mit externen Quellen zu vergleichen und zu prüfen, ob alle Zitate ordnungsgemäß gekennzeichnet wurden.

Schon das Handy in der Hosentasche kann als Betrug gewertet werden

Natürlich wissen auch Lehrer und Professoren um die Gefahr, dass ihnen keine eigenen Arbeiten, sondern Kopien untergejubelt werden. Besonders strikt geht es in aller Regel bei Klassenarbeiten und Klausuren zu. Der klassische Spickzettel ist nach wie vor verboten und kann ein „Nicht bestanden“ in der Arbeit, aber auch weitergehende Folgen haben. Gleiches gilt für das Handy als Spickzettel, wenn die Hilfen dort einprogrammiert werden. Und natürlich sind inzwischen auch internetfähige Handys und Smartphones verboten – selbst wenn sie nur in der Hosentasche getragen werden.

Plagiate gefährden nicht nur Doktortitel. Täuschungsversuche können durchaus auch dazu führen, dass der akademische Grad erst gar nicht verliehen wird, etwa wenn es sich um eine bezahlte Arbeit handelt, die als eigene ausgegeben wird, oder eine besondere kriminelle Energie beim Täuschungsversuch mitspielt.

Allerdings müssen sich die Universitäten auch fragen lassen, ob die Studenten denn ausreichend betreut werden. Auch das kann ein Grund sein, dass unerlaubte Hilfsmittel benutzt werden.

(Redaktion)

Eine Antwort auf Plagieren 2.0: Wie das Web abschreiben an Schulen und Unis beeinflusst

  1. Susa_K sagt:

    ja, für uns Studenten ist die Online Recherche Gang und Gebe geworden. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es anno dazumal gewesen sein musste, mühsam Bücher nach Inhalten abzugraßen…dennoch würde ich nicht so weit gehen und jeden Studenten zum potentiellen Betrüger abstempeln….

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