Studentisches LernenLernen statt Wohnungssuche: Runder Tisch sucht Auswege aus der Wohnungsnot. Foto: Stephan Bachmann / PIXELIO
News | Wohnen
Montag, 24. Juni 2013

Studentische Wohnungsnot: Kasernen zu Wohnheimen

Ein Runder Tisch, um ein großes Wohnraumproblem zu lösen: Studierende, Wohnungsanbieter und Behörden trafen sich mit Bauminister Peter Ramsauer (CDU), um über das Wohnraumproblem der Studierenden zu sprechen.

Sie nächtigen in Turnhallen oder bezahlen weit über 300 für ein 10-m²-Zimmer: Der Wohnungsmarkt für Studierende ist besonders in Ballungsräumen und Metropolen schwierig. Um das Problem endlich gemeinsam und auf allen Ebenen anzugehen, trafen sich nun Studierende, Vertreter von Behörden und Wohnraumanbieter gemeinsam mit Ressortleiter Peter Ramsauer im Bundesbauministerium.

Studierende haben immer größere Probleme bezahlbaren Wohnraum zu finden. Gerade in den deutschen Ballungsgebieten sind die Wohnungen knapp und die Mieten dementsprechend hoch. Mit dem meist geringen Budget der Studierenden ist da nicht viel zu machen. Die Notunterkünfte in Turnhallen oder auf der Wohnzimmercouch eines Freundes werden deshalb schnell zur Dauerlösung. Dem soll nun Abhilfe geschaffen werden.

Ausweg: Ungenutzter Wohnraum

Als eine Möglichkeit, schnell Abhilfe für die Wohnungsnot der Studierenden zu schaffen, sieht Ramsauer ungenutzten Wohnraum. Konkret bezog er sich bei dem Treffen auf leer stehende Bürogebäude und Kasernen. Diese könnten zu Studierendenunterkünften umgenutzt werden. Zusätzlich verwies Ramsauer darauf, die Investitionsbereitschaft aus der Wirtschaft anzukurbeln. Dazu seien vor allem neue Anreize wichtig, so Ramsauer. Beispielsweise wird überlegt, die steuerliche Abschreibung solcher Investitionen wieder einzuführen. Auch die Kommunen müssten handeln und potenzielle Bauflächen ausweisen und offen für Investoren sein.
Das Deutsche Studentenwerk zeigt sich dieser Strategie gegenüber skeptisch. Investoren würden vor allem an Profit denken, dadurch sei es schwierig, so günstigen Wohnraum für Studierende zu schaffen.

Der Runde Tisch war schon Ende vergangenen Jahres erstmalig zusammengekommen. Dennoch hätte sich die Lage auf den Wohnungsmarkt für Studierende bisher nicht geändert, so das Deutsche Studentenwerk. Achim Meyer, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks berichtet, dass vor allem Studierende in Städten wie München, Köln, Hamburg, Frankfurt und Berlin betroffen seien.

Aufgrund der massiven Wohnraumprobleme forderte das Studentenwerk eine Neuauflage Bund-Länder-Zuschussprogramms zum Bau von 25.000 preisgünstigen Wohnheimplätzen. Mit dieser Forderung hatten sie nur wenig Erfolg, wie Spiegel Online berichtet. Ramsauer verwies im Hinblick auf die Forderung nach Unterstützung auf die Förderung der Länder durch den Bund. Hier seien seit 2007 rund  3,6 Milliarden Euro für den Wohnungsbau vom Bund investiert worden.

(Redaktion)

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