TablettenImmer mehr Studenten greifen zu leistungssteigernden Mitteln. Foto: Sara Hegewald / PIXELIO
News | Studium
Montag, 11. Februar 2013

Studie: Studenten betreiben häufiger Hirndoping

Eine aktuelle Umfrage der Universität Mainz kommt zu dem überraschenden Ergebnis, dass Doping nicht nur im Sport ein Thema ist. Auch unter den Studenten sind leistungssteigernde Mittel kein Fremdwort mehr.

So trinken Studenten nicht nur Kaffee, um wach zu bleiben, sondern auch verschreibungspflichtige Medikamente wie Ritalin und Modafinil finden sich auf der Liste der studentischen Dopingmittel.
Jeder fünfte Student gibt an, schon einmal zur Steigerung der Studienleistung gedopt zu haben. Interessant: bei den Sportstudenten sind es sogar über 25 Prozent! Dabei geht es um Stimulanzien für die Psyche und nicht darum, Erkrankungen wie Hyperaktivität oder Schlaflosigkeit zu bekämpfen.

Während ein Viertel der Erstsemester zur Pille greift, konsumieren in den höheren Semestern nur noch gut 16 Prozent Psychopharmaka. Allerdings gibt die Umfrage keine Antwort auf die Frage, ob es im Hinblick auf die Abschlussprüfungen zu einem verstärkten Konsum kommt. Ebenso wurde nicht abgefragt, ob Doping nur gelegentlich oder ständig eine Rolle spielt.

Neue Befragungsmethode führt zu anderem Ergebnis

Höchstwahrscheinlich ist dieser Anstieg auf die neu angewandte Befragungsmethode, die Randomized Response Technique, zurückzuführen, die den Befragten absolute Anonymität garantiert. Durch Zufall wird entschieden, ob ein Student oder eine Studentin nur eine harmlose Frage zu beantworten hat oder eine Frage mit Relevanz für die Studie. Bisher wurde diese Befragungstechnik meist nur bei sehr sensiblen Themen wie etwa Drogenmissbrauch oder Delinquenz genutzt; die Auswertung bleibt dabei den Fachleuten überlassen. Immerhin konnten 90 Prozent der verschickten Fragebogen ausgewertet werden, sodass auch von dieser Warte aus die Umfrage als repräsentativ gelten kann.

Auch Claus Normann von der Freiburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie hält das Ergebnis für überzeugend, selbst wenn die Zahlen höher ausfielen, als dies nach seiner Schätzung hätte sein dürfen. Doch Studenten seien nun einmal eine Hochrisikogruppe und besonders anfällig für Hirndoping, um mit Prüfungsdruck und Zukunftsangst fertig zu werden. Dies wird auch durch eine Umfrage der Techniker Krankenkasse bestätigt, nachdem Studenten häufiger zu Psychopharmaka greifen als gleichaltrige Erwerbstätige.

(Redaktion)

Eine Antwort auf Studie: Studenten betreiben häufiger Hirndoping

  1. Maike sagt:

    Ja, durch die verkürzten Bachelor- und Masterstudiengänge steigt der Druck auf die Studis ungemein. Kein Wunder, greifen da manche zum Mittelchen….

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