LeuchtturmStreit um die Lehrerausbildung: Die Uni-Flensburg kritisiert die Pläne der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin. Foto: Günter Zachritz / PIXELIO
News | Studium
Donnerstag, 7. Februar 2013

Uni Flensburg kritisiert Pläne zur Umstrukturierung der Lehramtsausbildung

In der geplanten Neugestaltung der Lehrer-Ausbildung in Schleswig-Holstein sieht die Uni Flensburg eine große Gefahr. Sollte diese wie geplant realisiert werden, fällt ein Drittel der Studienplätze weg. Uni-Präsident Reinhart erhofft sich Unterstützung der Politiker beim Kampf gegen die Reform.

An der Universität in Flensburg stehen 4.500 Studienplätze zur Verfügung. Rund ein Drittel von ihnen sind nun wegen der Reformpläne von Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) gefährdet. Nach deren Willen soll zukünftig nur noch die Ausbildung von Pädagogen in einigen Fächern der Sekundarstufen I und II in Flensburg erfolgen. Demgegenüber ist an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) das Studium aller Lehramtsbereiche in der Zukunft möglich. Derzeit erfolgt dort die Lehrer-Ausbildung für Gymnasien, in Flensburg die für Grund- und Gemeinschaftsschulen. Werner Reinhart als Universitätspräsident in Flensburg steht diesen Änderungen skeptisch gegenüber und hat Widerstand angekündigt. Bei einer Umsetzung der Reform zöge das einen Imageschaden nicht nur für die Hochschule, sondern für die ganze Region nach sich. Davon möchte er die Politiker überzeugen und somit die Umstrukturierung abwenden.

Bildungsministerin stellt sich gegen ihr eigenes Leitbild

Reinhart wendet sich mit seiner Kritik aber auch direkt an die Bildungsministerin. Er bezeichnet es als widersprüchlich, dass das ehemals von Wende während ihrer Zeit als Präsidentin der Flensburger Uni inszenierte Leitbild nun von ihr selbst infrage gestellt werde. Damit spielt der amtierende Uni-Präsident unter anderem auf die angestrebte Vielfalt an, die mit der Verwirklichung der Reform gefährdet sei. Er sieht insbesondere die Naturwissenschaften, den Bereich der ästhetischen Kunst und Musik, die Philosophie sowie die Geografie bedroht. Gerade diese müssen aber im Hinblick auf die Erweiterung zu einer Europa-Universität erhalten bleiben.

Zustimmung und Ablehnung aus den politischen Reihen zur Flensburger Meinung

Von den hochschulpolitischen Sprechern der FDP und CDU bekommt Reinhart Rückendeckung. Daniel Günther (CDU) bezeichnete das Verhalten Wendes als „wankelmütig“. Sie habe von ihrem selbst entwickelten Lehramtskonzept längst Abschied genommen, kritisierte der CDU-Experte. Christopher Vogt (FDP) sprach von einem großen Schaden, den die Bildungsministerin mit ihren Plänen anrichte, und forderte das Einlenken der Ministerin. Das Wirtschaftsministerium zeigte sich über die Kritik des Uni-Präsidenten hingegen verwundert, signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft: Bei der Entscheidung über die Reform fänden die Stellungnahmen beider Universitäten Berücksichtigung. Die Grünen ließen über ihren Sprecher Rasmus Andresen mitteilen, dass noch keine gemeinsame Position zum Thema gefunden sei.

(Redaktion)

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