Uni MünsterMünster ist die beliebteste Stadt für Studenten. Foto: Rüdiger Wölk / wikimedia / cc-by-sa 2.5
News | Studium
Montag, 28. Januar 2013

Uni Münster: Plagiat führt erstmals zum Rauswurf

Eine Biologiestudentin musste zu Beginn des neuen Jahres die Uni in Münster zwangsweise verlassen. Der Vorwurf: Schwerer Täuschungsversuch und Uneinsichtigkeit.

Eine Masterarbeit ist ein zeit- und arbeitsintensives Unterfangen. Eine Biologiestudentin der Uni Münster allerdings machte sich weitaus weniger Aufwand, indem sie einfach aus Fachbüchern mehrere Seiten abschrieb und dies auch noch, ohne Quellenangaben. Das wurde ihr zum Verhängnis: Die Uni warf sie raus. Eine schlechte Benotung oder eine Ermahnung sei wegen des plagierten Textumfangs nicht in Betracht gekommen. Auf der Webseite der Universität ist von einem schweren Täuschungsversuch die Rede. Nun muss die Betreffende entweder an einer anderen Hochschule ihren Masterabschluss machen oder gar ihr ganzes Studium wiederholen. An der Uni in Münster jedenfalls wird sie keinen Studienplatz mehr erhalten.

Erstmalige Exmatrikulation wegen Schummelei an der Münsteraner Uni

Zum ersten Mal musste man an der Uni Münster den Schritt der Zwangsexmatrikulation wegen eines Täuschungsversuchs gehen. Das rigorose Vorgehen soll Nachahmer abschrecken und deutlich machen, dass derartige Vergehen nicht geduldet werden. Der Fachbereich Biologie traf die Entscheidung bereits am 18. Dezember des letzten Jahres in Abstimmung mit dem Unirektorat. Die Einreichung der ausschlaggebenden Arbeit erfolgte im Herbst.

Eventuelle Möglichkeit zum Nachholen der Arbeit durch Uneinsichtigkeit vereitelt

Die Studentin machte keinen Versuch, ihre Täuschung zu verheimlichen. Die Arbeit setzte sich aus seitenweise kopierten Stellen und ihren eigenen Worten zusammen. Wohlgemerkt ergänzte sie nicht das Kopierte mit letzteren, sondern schrieb nach den jeweiligen Kopien in ihrem eigenen Stil weiter. Scheinbar war es ihr entgangen, dass die kopierten Seiten sowohl einen anderen Inhalt als auch einen völlig anderen Sprachstil als ihre selbst verfassten Stellen aufwiesen. Der Verdacht der Professoren wurde schnell durch das Verwenden einer Internetsuchmaschine bestätigt. Trotzdem fehlte es der Studentin an jeglicher Einsicht, als man sie auf den Täuschungsversuch ansprach. Hätte sie ihre Schuld eingestanden, wäre die Uni eventuell bereit gewesen, ihr eine Nachholmöglichkeit einzuräumen.

(Redaktion)

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