ForschungViele Promovierende zweifeln daran, ob sie wirklich für die wissenschaftliche Karriere geeignet sind. Foto: Martin Gapa / PIXELIO
News | Studium
Montag, 14. Januar 2013

Viele Doktoranden haben Abbruchgedanken

Eine neue Studie zeigt, dass jeder zweite Doktorand zweifelt. So hat die Hälfte der Doktoranden sogar schon einmal über einen Abbruch nachgedacht.

Laut einer Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) in Hannover hat fast jeder zweite Doktorand schon einmal über einen Abbruch während der Promotion nachgedacht. Für die Studie wurden insgesamt 2850 Promovierende an Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in Stipendienprogrammen befragt.

Besonders die Nachwuchswissenschaftler plagen Zweifel über ihre Promotion. Die jungen Wissenschaftler arbeiten meist neben der Promotion noch als wissenschaftliche Mitarbeiter an der Hochschule oder in einem Forschungsprojekt. 47 Prozent von ihnen haben schon einmal über einen Abbruch nachgedacht. Hingegen waren es nur 37 Prozent unter Doktoranden aus Graduiertenkolleg und 31 Prozent unter Doktoranden mit einem Stipendium.

Laut HIS-Studie handelte es sich bei dem Abbruchgedanken um die Frage, ob man generell für eine Promotion geeignet ist. Jeder Zweite klagte auch über die hohe Arbeitsbelastung im Wissenschaftsbetrieb. Allerdings waren mehr als die Hälfte der befragten Doktoranden mit der Betreuung der Promotion zufrieden. Jeder Dritte hatte sogar einmal die Woche oder öfter Kontakt mit dem Promotionsbetreuer. Die meisten tauschten sich seltener, aber immer noch mehrmals pro Semester mit ihm oder ihr aus. Jeder fünfte hatte nur einmal im Semester oder noch seltener Kontakt mit dem Betreuer.

Vergabe von zu guten Noten

Die HIS-Studie machte außerdem kenntlich, dass viele Doktoranden die Abschlussnoten von Promotionen für zu gut halten. Insbesondere Mathematiker und Naturwissenschaftler sind der Meinung, dass bei Doktorarbeiten zu gute Noten vergeben werden. Doktoranden in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind hier allerdings anderer Ansicht.

Die generelle Qualität von Promotionen wird von den meisten Doktoranden jedoch nicht in Frage gestellt. So sind 80 Prozent der Doktoranden der Meinung, die allermeisten Promotionen genügten den wissenschaftlichen Standards. Jüngste Plagiatsaffären um Politiker wie Karl-Theodor zu Guttenberg und Silvana Koch-Mehrin scheinen das Ansehen des Promotionsverfahren in Deutschland, zumindest bei den Jungforschern also nicht zu beeinflussen.

(Redaktion)

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