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Montag, 13. Februar 2012

Weniger adipös dank Studium

Eine aktuelle Untersuchung befasste sich mit der Anzahl an Adipositas-Erkrankungen. Dafür wurden 123.000 Menschen über mehr als 20 Jahre hinweg untersucht. Insbesondere ältere Menschen mit niedrigem Bildungshintergrund leiden laut Angaben der Studie vermehrt unter der Fettleibigkeit.

Ältere Menschen aus bildungsfernen Schichten sind häufiger adipös. Dies ergab eine österreichische Studie der Meduni Graz, die 123.000 Österreicher in einem Zeitraum von über 20 Jahren beobachtete. Verantwortlich könnte die Tatsache sein, dass sich Nichtakademiker während ihrer beruflichen Laufbahn mehr körperlich betätigen und dies im Alter aufhöre. Auch der geringere Verdienst und damit meist schlechtere Ernährung könnte ein Grund sein.

Aufgrund des besonders sprunghaften Anstiegs der Fettleibigkeit bei Personen im Ruhestand, die Zeit ihres Lebens körperlich gearbeitet hatten, schließen die Forscher, dass das Alter ein echter Dickmacher ist. Zunächst einmal bewegen sich die meisten Menschen plötzlich deutlich weniger. Auf der anderen Seite ist die Energieverbrennung des Körpers mit zunehmendem Alter immer mehr eingeschränkt.

Einen weiteren Grund für den drastischen Anstieg der Adipositas-Erkrankungen bei Personen mit geringem Bildungslevel sehen die Forscher darin, dass diese weniger verdienen. Damit könnten sie sich weniger gesundes Essen leisten. Wird diese Ernährung im Alter fortgeführt, ist eine Gewichtszunahme nicht auszuschließen. Wer also studiert, ein entsprechendes Einkommen hat und sich bewusst ernährt, kann sich vor der gefürchteten Fettleibigkeit nach Angaben der Studie schützen.

Die Meduni Graz hat insgesamt 123.000 Österreicher bei ihrer Studie befragt. Neben den persönlichen Angaben der Befragten wurden diese um die objektiven Werte der BMI-Messung ergänzt. Außerdem wurden demografische Angaben erhoben, so dass man insgesamt vier Altersgruppen, drei Bildungsniveaus und Geschlechter bzw. Regionen unterscheiden konnte.

Die Studie wurde von 1983 bis 2007 durchgeführt und lässt damit klare Aussagen zu. Bei den Frauen wurde in jenem Zeitraum ein Anstieg der Fettleibigkeit von zehn auf 15 Prozent, bei Männern von 8,5 auf 13,8 Prozent festgestellt. Von 17,2 auf 26,6 Prozent (Frauen) und von 11,7 auf 21,8 Prozent (Männer) stieg der Anteil bei Personen ab 55 Jahren, die nur über einen geringen Bildungslevel verfügten.

Akademiker im mittleren Alter litten deutlich seltener unter der Fettleibigkeit. Der Anstieg in den betrachteten 24 Jahren erfolgte von 2,5 auf 5,7 Prozent bei den Frauen und von 3,5 auf 6,9 Prozent bei den Männern.

(SW)

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