WGWohngemeinschaften stellen einen Sonderfall im Mietrecht dar. Foto: Thorben Wengert / PIXELIO
News | Wohnen
Donnerstag, 23. Oktober 2014

Wohngemeinschaft: Sonderfall im Mietrecht

Wohnraum wird in ganz Deutschland immer knapper und die Mietpreise dafür immer höher. Besonders junge Menschen sind von der Mietpreisexplosion betroffen. Sie haben nur eine geringe bis gar keine Chance, nach dem Schulabschluss in eine eigene Wohnung zu ziehen.

Bleibt für sie also nur die Alternative: Wohngemeinschaft! Sich eine Wohnung mit Anderen zu teilen wird aufgrund der hohen Mietpreise immer beliebter. Doch wer in eine WG zieht, der sollte sich den Mietvertrag und die Art der Wohngemeinschaft genau ansehen: Hier können Gefahren lauern, die einem die Laune ordentlich vermiesen und die richtig ins Geld gehen.

Untermiet-Modell ist sehr beliebt

Mietrecht-Experte Norbert Schönleber kennt viele Miet-Modelle. Das derzeit beliebteste Modell für Studenten ist das der Untermiete. Bei diesem Modell gibt es einen Hauptmieter, der mit dem Einverständnis des Vermieters die übrigen Zimmer untervermietet. Die Mitbewohner sucht sich der Hauptmieter meist selbst aus und treibt von ihnen die Miete ein. Danach überweist der Hauptmieter den kompletten Mietpreis an den Wohnungseigentümer.

Doch bei diesem Modell der Untervermietung trägt der Hauptmieter allein die Verantwortung. Wenn seine Wohnung leer steht, dann muss er dafür aufkommen. Daher raten Immobilien-Experten einen Mietvertrag mit den Wohnungsgenossen zu schließen.

In diesem soll geregelt werden, wann das Geld gezahlt werden muss. Per Handschlag dürfe eine solche Vereinbarung, laut den Experten, nie besiegelt werden. Es gilt: Alle Regeln und Absprachen sollten im Sinne aller Parteien schriftlich festgehalten werden. Kommt es doch dazu, dass die Vereinbarung per Handschlag geregelt wird, dann ist Folgendes zu beachten: Die Miete muss spätestens am dritten Werktag des Monats überwiesen sein. Bis dahin sollten alle Untermieter das Geld an den Hauptmieter gezahlt haben. Anderenfalls muss dieser erst einmal in Vorkasse gehen.

Doch nicht nur der Hauptmieter sollte sich über die Konsequenzen dieses Modells bewusst sein, sondern auch die Untermieter: So kann ihnen der Hauptmieter ohne Nennung besonderer Gründe einfach kündigen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich die Kündigungsfrist von drei auf sechs Monate verlängert.

Zudem kann es passieren, dass der Hauptmieter, das an ihm überwiesene Geld nicht an den Vermieter weiterleitet. In diesem Fall trifft den Untermieter aber keine Schuld. Er kann allerdings im Ernstfall von einer Räumungsklage gegen den Hauptmieter betroffen sein.

Daher Augen auf, bei der Wahl der Mitbewohner!

(Redaktion)

Eine Antwort auf Wohngemeinschaft: Sonderfall im Mietrecht

  1. sibillek sagt:

    Das Thema zum Mietrecht ist echt häufig kein einfach Unterfangen. Am besten wendet man sich dabei an einen kompetenten Ansprechpartner für Mietrecht. Mein Nachbar wurde im Netz zu einem Ansprechpartner bei uns in Beckum fündig. Das Internet ist echt ein super Hilfsmittel.

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