Die Suche nach der passenden WG

Die Suche nach der passenden WG gestaltet sich leider oft wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen – wenn man nicht gerade ein paar Freunde zu Hand hat, mit denen man kurzerhand die eigene WG aufmacht. Gerade Studenten, die wegen ihres Studiums in eine fremde Stadt kommen und nicht selten unter Zeitdruck stehen, schnell etwas Günstiges zu finden, sind schnell zu Kompromissen bereit, die sich später als hinderlich für das Zusammenleben darstellen.

Deshalb sollte bei der WG-Suche auch nicht unbedingt eine Top-Lage der Wohnung, der Hauskomfort oder superkurze Wege zur Uni im Vordergrung stehen, sondern die Kompatibilität mit den zukünftigen Mitbewohnern. Bestimmte Charakterkonstellationen, die auch sonst im Leben wohl kaum aufeinandertreffen würden, bilden auch keine gute WG. So könnte man das Zusammentreffen belesener Philosophiestudenten mit der Partycrew aus der Spowi-Fakultät zwar mit gutem Willen als interessant, aber eher nicht als harmonisch bezeichnen.

Deswegen ist das gegenseitige Beschnuppern beim Besichtigungstermin absolute Pflicht. Entscheidend sind hier gemeinsame Interessen, Einstellungen und Charaktereingenschaften, schließlich werdet Ihr mit diesen Menschen eine Immobilie und ein paar Jahre eures Lebens teilen. Bestimmte Gewohnheiten und Vorstellungen sollten dabei einfach zusammenpassen, sei es die Einstellung zum Essen (Stichwort: Vegetarier), ob geraucht oder auch mal gefeiert wird oder ob man gemeinsam einkauft und kocht. Ganz wichtig ist auch der subjektive Sympathiefaktor. Könnt Ihr die potentiellen Mitbewohner nicht „riechen“ und findet deren Art nicht gut, helfen selbst gemeinsame Interessen nichts.

Deshalb sollte man versuchen, den Gegenüber in einem netten Gespräch so viel wie möglich „auszufragen“, auch zu den Regeln der Wohngemeinschaft wie Gemeinschaftsräume, Einkauf etc. Wenn diese Klippen erst einmal umschifft sind und man sich ein gemeinsames WG-Leben vorstellen kann, sollte dies dann auch im Mietvertrag festgehalten werden.

Teilweise ist auch Kreativität bei der Wohnungssuche gefragt, wie es bspw. die Hausboote an der Berliner TU dokumentieren. Aus alten Lastkähnen wurden Wohnschiffe. Unter Umständen sind in den ersten Semesterwochen solche Behausungen eine Alternative, vielleicht sogar dauerhaft. Doch auch hier wird der BWL-Student weniger Gleichgesinnte treffen.

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