Hochschulstart statt ZVS

Jahrlang war die ZVS das Synonym für enttäuschte Hoffnungen angehender Studenten, wenn sie statt in eine Studentenmetropole in die Provinz geschickt wurden. Aber das ist jetzt vorbei – die ZVS bekommt einen neuen Namen.

Seit dem 01. Mai 2010 unterstützt nicht mehr die allseits bekannte Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) die Studienanfänger bei ihren Bewerbungen, sondern vielmehr die Stiftung für Hochschulzulassung. Die Aufgaben von ZVS-Online, übernimmt seitdem nun das Studienportal http://www.hochschulstart.de/. Die Umwandlung der ZVS in eine Stiftung wurde schon 2007 in einem Staatsvertrag festgelegt.

Genau wie die ZVS zuvor regelt auch die Nachfolgeeinrichtung hochschulstart.de zweimal jährlich die Studienplatzvergabe für bundesweite Studiengänge. Die Vergabe erfolgt zweigeteilt: Auf der einen Seite obliegt hochschulstart.de vor allem die bundesweite Vergabe der Studienplätze für die Studiengänge Medizin, Pharmazie, Tiermedizin (nicht im Sommersemester) und Zahnmedizin, auf der anderen Seite unterstütz das Portal im Service-Verfahren aber auch einen Teil der örtlichen Hoch- und Fachschulen bei den Auswahlverfahren ihrer zulassungsbeschränkten Studiengänge.

Angesichts des großen Ansturms auf die Universitäten sind die Studienplätze sehr knapp und demnach nur noch bedingt zulassungsfrei. Schulabgänger erhalten in diesem Zusammenhang jedes Jahr ab Mitte April und ab Anfang November in Berufsinformationszentren, auf dem Arbeitsamt, in weiterführenden Schulen oder den Hochschulen ausführliche Informationsmaterialien zum Studienangebot, das hochschulstart.de betreut.

Bei der Studienplatzvergabe hält sich hochschulstart.de an genau drei Auswahlquoten, die an die jeweiligen Bewerbergruppen nach Abzug einer Vorabquote vergeben werden.

  • 1. 20 % an die Abiturbesten
  • 2. 20 % an Bewerber mit den meisten Wartesemestern
  • 3. 60 % der Studienplätze gemessen an dem jeweiligen Ergebnis des Auswahlverfahrens an der Hochschule

Die Vorabquote berücksichtigt diesbezüglich besondere Bewerbergruppen. Zu diesen Studienbewerbern zählen unter anderem Härtefälle, Ausländer, Sanitätsoffiziere oder Zweitstudienbewerber sowie Wehr- oder Zivildienstleistende, die ihr Studium nicht antreten konnten.

Das Service-Verfahren von hochschulstart.de soll insbesondere das Bewerbungsverfahren an den Hochschulen besser koordinieren und Überlappungen bzw. mehrfach Zulassungen verhindern. Bei der Bewerbung können somit bis zu 12 Wünsche bzgl. Studiengang und Ort genannt werden. Anstatt die Studienplätze direkt zu vergeben, unterstützt hochschulstart.de die Hochschulen jedoch nur organisatorisch und richtet sich voll und ganz nach deren Vorgaben des jeweiligen Auswahlverfahrens. Erhält ein Studienbewerber schließlich mehrere Zusagen, bekommt er aber nur die Zulassung für den ranghöchsten Studienwunsch, so dass man seine Studienwünsche stets nach Priorität auflisten sollte.

Um sicher zu gehen, dass man keine Chance verpasst, rät hochschulstart.de dazu, immer kurzfristig zur Verfügung zu stehen, um schnell auf Feedback der Bewerbungen reagieren zu können. In dringenden Fällen ist es sogar möglich, eine Vollmacht den Bewerbungsunterlagen hinzuzufügen und somit einem engen Vertrauten die Möglichkeit zu geben, in deinem Namen zu handeln.

Fristen für die Onlineantragstellung „AntOn“:

  • 15. Januar für alle Bewerber im Sommersemester
  • 31. Mai für Bewerber, die ihr Abitur vor dem 16. Januar des laufenden Jahres erworben haben und sich für Studienangebote des bundesweiten Auswahlverfahrens bewerben möchten (Altabiturienten)
  • 15. Juli für Bewerber, die ihr Abitur zwischen dem 16. Januar bis einschließlich 15. Juli des laufenden Jahres erwerben (Neuabiturienten)
  • 15. Juli für Bewerber des Service-Verfahrens (Nachreichen von Unterlagen nur bis zum 31. Juli möglich)

    Jeder Schulabgänger kann an beiden Vergabeverfahren teilnehmen, somit also zwei Anträge bei hochschulstart.de einreichen. Im Gegensatz zum Service-Verfahren muss man sich im bundesweiten Verfahren jedoch für einen der Studiengänge entscheiden.

    Neben der Beratung rund um den Bewerbungsprozess an Hochschulen, müssen bis zu 120.000 Anträge pro Semester gesichtet und bearbeitet werden. Ein großer Aufwand, wenn man bedenkt, dass immernoch viele Anträge die Behörde erst nach Fristende erreichen.

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