WG-Typen: Welcher Typ bist du und wer kann mit wem am besten

In einer WG können die unterschiedlichsten Charaktere aufeinanderprallen: Muttersöhnchen trifft auf Partylöwen oder Plaudertasche auf WG-Phantom – alles ist möglich! Allerdings wohnen längst nicht alle WG-Typen harmonisch zusammen. Um unnötige Konflikte zu vermeiden, solltest du am besten schon vorab wissen, welcher Typ du bist und mit welchen WG-Charakteren du kompatibel bist. 

Der WG-Polizist

Er sieht jeden Krümel, jedes Staubkorn und jeden Wassertropfen auf dem Tisch – natürlich nicht von ihm selbst fabriziert, sondern von einem seiner WG-Mitbewohner. Selbstverständlich wird das sofort geahndet! Er, der WG-Polizist, liebt es Pläne zu schmieden. Er ist auch der Initiator einer sogenannten WG- Hausordnung und hängt sie, ohne mit der Wimper zu zucken, akribisch und rechtwinklig zueinander angeordnet in der Küche auf. Wehe dem, der Putz-Dienst wird von den WG-Mitgliedern nur halbherzig ausgeführt: Der Kontrollfreak überprüft jede Ecke und jeden Winkel – bei ihm muss alles seine Ordnung haben. Wer nicht mindestens genauso pingelig ist wie er, hat es mit ihm ziemlich schwer.

Das Phantom

Auf den ersten Blick erscheint das Phantom als unkomplizierter Mitbewohner, denn man sieht und hört nichts von ihm. Von seiner Existenz zeugen nur minimale Indizien wie die Bartstoppeln im Waschbecken oder ein Stapel leerer Pizzakartons auf dem Flur. Er ist der Typ Mitbewohner, der grußlos durch den Flur huscht und sich, ohne einen Ton zu sagen, aus dem Staub macht. Er hält nichts von gemütlichen Kochabenden oder gemeinsam feiern, lieber verputzt er seine Pizza allein vor dem Fernseher und schaut bis morgens um fünf seine Lieblingsserie – Geselligkeit ist ihm schlicht und ergreifend ein Graus. Nur ein weiterer Einsiedler kann es mit ihm aufnehmen, denn er versteht das Phantom wie kein anderer.

Der Partylöwe

Er liebt Partys und steht grundsätzlich nicht vor 14 Uhr auf: Der Partylöwe! Seinen Uni-Stundenplan passt er den angesagtesten Partys der Stadt an und erscheint grundsätzlich nicht vor 14 Uhr auf dem Campus. Ab Donnerstag ist für den Partylöwen Wochenende angesagt und damit auch sein drei Nächte andauernder Party-Marathon. Wenn seine arbeitenden Mitbewohner ins Bett gehen, beginnt für ihn der Tag. Das bedeutet: Ausgiebiges Vorglühen und laute Musik! Der Partylöwe kommt nach Hause, wenn es draußen wieder hell wird. Das Wort „Rücksichtnahme“ kennt der Partylöwe nicht und sollte daher nur mit feierwütigen Erstsemestern in eine WG gesperrt werden.

Der Chaot

Man kennt ihn – doch in der eigenen WG will man ihn nicht wirklich haben. Gemeint ist: Der Chaot – Grauen aller WGs! Er hinterlässt Spuren, egal wohin er geht. Wenn er kocht, bleiben Fettpfützen und Soßenspritzer auf dem Herd zurück. Wenn er die Brotkrümel überhaupt vom Tisch wegwischt, dann auf den Boden. Mit seinen Haaren im Duschsieb könnte man eine Perücke basteln und im Bad machen seine dreckigen Unterhosen dem schiefen Turm von Pisa beinahe Konkurrenz. Sein Zimmer ist zudem übersäht mit Staub und dreckigem Geschirr. Die benutzten Töpfe mit eingetrockneten Essensresten lässt er in der Küche vor sich hingammeln und von einem Putzplan hält er nicht so viel. Wer den Chaoten als Mitbewohner haben möchte, der sollte absolut tolerant, geruchsunempfindlich und ekelresistent sein.

Die Labertasche

Die sogenannte Labertasche wird von Morgenmuffeln gehasst. Sie redet ununterbrochen, während sich die übrigen Mitbewohner noch den Schlaf aus den Augen reiben. Wo ein Anfang ist, ist bei der Labertasche aber auch leider kein Ende: Einmal angefangen, folgen ausgiebige Monologe ohne Punkt und Komma. Danach kommt ihr obligatorisches: „Warum bist du so still?“ bis sie – ohne eine Antwort abzuwarten – weiter über ihre neueste Disco-Bekanntschaft, ihren Plänen für den Tag und dem neuen Dozenten erzählt. Sie labert und labert und labert. Wer es mit ihr aushält? Schwerhörige Mitbewohner möglicherweise – allen anderen ist eher von ihr abzuraten.

Die WG-Glucke

Das Gegenteil vom Phantom heißt: WG-Glucke! Am liebsten hat sie alle Mitbewohner gleichzeitig um sich versammelt. Stets ist sie um die Harmonie und den WG-Frieden bemüht und wünscht sich nichts sehnlicher als drei gemeinsame Mahlzeiten täglich – verpflichtende Teilnahme für alle selbstverständlich. Während die anderen erschöpft von der Uni nach Hause kommen, lauert sie bereits in der Küche am festlich gedeckten Tisch auf ihre Opfer. Die WG ist für sie der perfekte Familienersatz und daher auch ein sehr wichtiger Bestandteil in ihrem Leben. Wer mit der WG-Glucke zusammenleben möchte, muss frühzeitig Grenzen für die eigene Privatsphäre aufzeigen und ggf. noch einmal einen kleinen Abnabelungsprozess wie früher in der Pubertät im Elternhaus durchleben. Wenn dies glückt, lebt es sich aber sehr gut mit der WG-Glucke.

Der blinde Passagier

Der blinde Passagier hat sich - wie der Name es vermuten lässt - ganz klamm heimlich in die WG eingeschlichen. Eigentlich wohnt er gar nicht bei euch - aber dennoch seht ihr ihn öfter als sonst jemanden und wo er wohnt, wenn nicht hier, ist euch auch nicht bekannt. Das Gute: Wenn ihr öden Dauergast bisher akzeptieren konntet auch ohne dass er Miete zahlt, scheint er der perfekte Mitbewohner zu sein. Also scheut euch nicht - macht es offiziell und lasst ihn auch offiziell bei euch einziehen. 

Der Wichtigtuer

“Ja das ist mir auch mal passiert - nur schlimmer!”, “Ja mal wieder etwas zusammen unternehmen wäre schön, aber erstmal muss ich kurz die Welt retten!” - Das sind die typischen Aussagen des sogenannten Wichtigtuers. Alles hat er schon gesehen, schon gemacht, schon erlebt - nur natürlich tausendmal mehr. Nie hat er Zeit, denn jeder möchte etwas von ihm. Vermutlich hat jeder mindestens einen Wichtigtuer im näheren Bekanntenkreis, aber mit ihm zusammenleben ist nochmal eine ganz andere Hausnummer. Er findet selten Zeit für gemeinsame Aktivitäten und hat meist etwas Besseres zu tun, allerdings findet er jeden Tag mehrmals Zeit sich über den ganzen Stress, den er doch hat, zu beschweren. Hier ist Geduld gefragt und die Fähigkeit auch mal auf Durchzug zu schalten, während der zahlreichen Monologe über den stressigen Alltag. 

Der Schnorrer

Hier gilt es zwei Arten des Schnorrers zu unterscheiden - den armen “Ich hab ja nix” und den gewieften “Sonst kommt man ja zu nichts”.

Immer knapp bei Kasse und am Ende des Geldes noch so wahnsinnig viel Monat übrig - Das ist das Problem des armen “Ich hab ja nix-”Schnorrers. Was bleibt da für eine Wahl als sich an und an mal an dem Kühlschrankinhalt der Mitbewohner zu bedienen, anstatt einen qualvollen Hungertod zu sterben. Meist drücken die Mitbewohner hier ein Auge zu, wenn plötzlich Dinge aus Vorratsschränken verschwinden. Der “Ich hab ja nix-”Schnorrer ist von Natur aus von Schuldgefühlen geplagt und macht seine Übergriffe auf die Lebensmittel der anderen oft durch andere Qualitäten wieder gut.

Anders sieht es bei dem “Sonst kommt man ja zu nichts”-Schnorrer aus. Hier steckt Kalkül hinter dem Schmarotzen. Oft ist dieser Schnorrertyp um jeden Preis aufs Geld sparen aus - bezeichnet sich selbst oft als Ressourcen schonend aber fällt damit seinen Mitbewohnern so manches Mal auf den Wecker.

Das Muttersöhnchen

Er liebt Muttis Kittelschürze und so richtig mag er sich noch nicht von ihr trennen. Das Muttersöhnchen kommt meistens gerade frisch von der Schule oder hat es erst im fortgeschrittenen Stadium seines Studiums geschafft, sich von Zuhause loszureißen. Wobei losreißen in diesem Fall etwas übertrieben ist, schließlich fährt das Muttersöhnchen jedes Wochenende nach Hause – inklusive einem riesigen Wäscheberg im Gepäck und leeren Tupperschüsseln. Im WG-Alltag geht der Gute leider ziemlich unter: Denn kochen, putzen und waschen musste er im „Hotel Mama“ nie. Auch WG-Abende geht er lieber aus dem Weg, stattdessen telefoniert er mit Mutti und bespricht seine Essenswünsche für das nächste Wochenende. Das Muttersöhnchen ist ein schwer vermittelbarer Kandidat. Doch mit der WG-Glucke könnte er Glück haben: Im besten Fall ist sie bereit, sich seiner anzunehmen und ihm auf dem langen Weg in die Selbstständigkeit unter die Arme zu greifen.

Die WG-Matrix - Wer mit wem?

So oder so gilt: Wo verschiedene Charaktere aufeinandertreffen, ist viel Geduld und gegenseitiges Verständnis gefragt. Unter dieser Voraussetzung können dann auch die unterschiedlichsten Menschen dauerhaft ohne Mord und Totschlag zusammenleben. In der WG-Matrix seht ihr auf einen Blick, welche WG-Typen am besten zusammenpassen.

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